Inhalt
- 1 Welche Hunderasse passt wirklich zu dir?
- 2 Der Rottweiler und sein Ursprung: vom Metzgerkarren zum Diensthund
- 3 Warum diese Rasse zweimal fast verschwunden wäre
- 4 Rottweiler Charakter: was die Verhaltensforschung wirklich zeigt
- 5 Rottweiler Erziehung: die häufigsten Probleme im Alltag
- 6 Ist der Rottweiler gefährlich? Was die Zahlen tatsächlich sagen
- 7 Rottweiler Gesundheit: die Krankheiten, die wirklich zählen
- 8 Defektzucht beim Rottweiler und die Frage der Kastration
- 9 Für wen der Rottweiler passt und für wen nicht
- 10
- 11 FAQ – Häufige Fragen zum Rottweiler
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Wenn in Deutschland ein Hund in die Nachrichten kommt, steht ziemlich oft dieser eine Name in der Überschrift. Der Rottweiler polarisiert wie kaum eine andere Rasse. Er steht in mehreren Bundesländern auf einer Rasseliste, Menschen wechseln die Straßenseite, und wer ihn hält, kennt das kurze Zögern beim Nachbarn.
Schaut man allerdings in die echten Tierarztdaten von über fünftausend dieser Hunde, steht dort etwas ganz anderes im Vordergrund. Diese Rasse hat ein Problem, über das in den Schlagzeilen nie jemand schreibt, weil es niemanden beißt. Rottweiler sterben früh. Deutlich früher, als Hunde ihrer Größe müssten.
In diesem Rasseporträt bekommst du den ehrlichen Blick auf diese Rasse. Woher sie kommt, was die Verhaltensforschung über ihr Wesen sagt, welche Alltagsprobleme direkt aus ihrem alten Beruf stammen, und was sie tatsächlich krank macht.
Disclaimer:
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die in diesem Artikel verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.
Welche Hunderasse passt wirklich zu dir?
Bevor du dich in Schlappohren und Kulleraugen verlierst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deinen Alltag, deine Zeit und deine Nerven. Der Rassecheck stellt dir ein paar Fragen und zeigt dir danach die eine Rasse, die wirklich zu dir passt – auf Basis echter Rassedaten statt Bauchgefühl.
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Der Rottweiler und sein Ursprung: vom Metzgerkarren zum Diensthund
Die Vorfahren dieser Hunde waren Bauernhunde, und die gab es in vielen lokalen Schlägen schon vor der Römerzeit. Kelten und Germanen hielten Vieh, betrieben Ackerbau und brauchten dafür Hunde, die zupacken konnten. Aus dieser alten Form entwickelten sich zwei Linien, die heute weit auseinanderliegen: der Große Schweizer Sennenhund und der Rottweiler.
Der Name kommt von der Stadt Rottweil, und der Grund dafür ist so unromantisch wie treffend. Nach Rottweil wurde Vieh von weit her zu den großen Märkten getrieben. Die Viehhändler brauchten deshalb Hunde mit Ausdauer und genug Körper, um sich gegen widerspenstige Rinder durchzusetzen. Nachts bewachten dieselben Hunde die Karren und die Ställe.
Auch die Metzger im Ort setzten sie ein. Wenn der Metzger den Erlös vom Viehmarkt nach Hause bringen musste, band er den gefüllten Geldgurt dem Hund um den Hals, weil dieser Wächter zuverlässiger war als jedes Schloss. Dazu zog er noch den Karren mit der Ware zur Kundschaft.
Und genau hier liegt der Schlüssel zu allem, was du später über den Charakter liest. Ausgesucht wurde damals ausschließlich nach Leistung. Wie der Hund aussah, war vollkommen egal. Über Generationen blieb also der Typ übrig, der ruhig bleibt, wenn ein Rind ausbricht, der einen Fremden einschätzen kann, ohne durchzudrehen, und der im Ernstfall trotzdem handelt.
Mit der Industrialisierung brach dieses Geschäftsmodell weg. Vieh fuhr plötzlich mit der Eisenbahn, das Treiben über Land wurde überflüssig. Gerettet hat die Rasse ausgerechnet eine neue Aufgabe, denn 1910 zählte sie zu den ersten Rassen, die der Verband für deutsche Polizeihunde offiziell zuließ.
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Warum diese Rasse zweimal fast verschwunden wäre
Wie knapp es um den Rottweiler stand, zeigen zwei Zahlen. In den 1890er Jahren standen auf Ausstellungen zeitweise nur fünf bis sieben Hunde dieser Rasse. Für 1905 ist zudem überliefert, dass ausgerechnet in Rottweil selbst nur noch eine einzige Hündin dieses Schlags lebte.
Danach ging es steil bergauf. In den 1990er Jahren war der Rottweiler in den USA die zweitbeliebteste Hunderasse überhaupt, direkt hinter dem Labrador. Anschließend ging es genauso schnell wieder abwärts. Binnen zehn Jahren rutschte er auf Platz 17. In Großbritannien fielen die Eintragungen beim Kennel Club von 4.257 im Jahr 2007 auf 1.494 im Jahr 2016.
Diese Achterbahn hat Spuren hinterlassen. Denn die Boomjahre waren genau die Zeit, in der massenhaft und ohne Rücksicht gezüchtet wurde. Wer heute einen Welpen sucht, hat es mit den Folgen dieser Phase zu tun.

Rottweiler Charakter: was die Verhaltensforschung wirklich zeigt
Der FCI-Rassestandard beschreibt das Wesen erstaunlich einheitlich. Freundlich und friedlich in der Grundstimmung, anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Dazu selbstsicher, nervenfest und unerschrocken.
Diese Gelassenheit hat einen Fachbegriff, denn sie hängt an einer hohen Reizschwelle. Ein Hund mit hoher Reizschwelle springt nicht auf jeden Reiz an. Fachleute sprechen beim Rottweiler außerdem vom B-Typ: Er denkt kurz nach, bevor er handelt. Und wenn er sich entschieden hat, setzt er das mit erheblicher Entschlossenheit um.
Wie ausgeglichen diese Rasse im Vergleich wirklich ist, lässt sich inzwischen mit Zahlen unterfüttern. In der Budapester Persönlichkeitsstudie wurden 5.733 Hunde aus 98 Rassen über eine Halterbefragung ausgewertet, davon 137 Rottweiler. Bei der Gelassenheit landet die Rasse dort auf Rang 23 von 98 und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt. Bei der Trainierbarkeit steht sie auf Rang 37, bei der Kühnheit auf Rang 39.
Ein Wert fällt allerdings aus der Reihe, und der ist im Alltag mindestens genauso wichtig. Bei der Verträglichkeit mit anderen Hunden liegt der Rottweiler auf Rang 73 von 98. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was Halterinnen und Halter berichten. Menschen sind selten das Thema, andere Hunde schon eher, und bei gleichgeschlechtlichen Begegnungen wird es am ehesten unangenehm.
Drei ehrliche Einschränkungen gehören an diese Stelle. Erstens beruhen diese Zahlen auf dem, was Halter über ihre eigenen Hunde berichten. Zweitens sagen Ränge nichts über die Streuung, denn die Verteilungen der Rassen überlappen enorm. Drittens schreiben die Forschenden selbst, dass ihre Ergebnisse zum Teil auch Rassestereotype abbilden.
Eine finnische Arbeitsgruppe hat 2023 an 11.418 Hunden nachgerechnet, wie groß der Rasseeffekt tatsächlich ist. Die Rasse war dabei die wichtigste Einzelgröße für die Persönlichkeit, wichtiger als Geschlecht und Umwelt. In absoluten Zahlen blieb der Effekt trotzdem klein. Kurz gesagt: Die Rasse sagt dir nicht voraus, wie dein Hund wird, sie verschiebt lediglich die Häufigkeit bestimmter Eigenschaften.

Rottweiler Erziehung: die häufigsten Probleme im Alltag
Wenn Halter mit ihrem Rottweiler beim Hundetrainer vorsprechen, geht es selten um Sitz und Platz. Es geht um die Momente, in denen plötzlich der alte Metzgerhund durchkommt. Meistens verstehen die Leute erst, was da passiert, wenn sie wissen, wofür dieser Hund gebaut wurde.
Der Besuch an der Tür.
Die Klingel geht, und dein Hund geht mit hoch. Das ist keine Macke, das ist sein alter Beruf. Über Jahrhunderte hat diese Rasse Hof und Karren bewacht, und die Wohnungstür ist für sie die Grenze des Reviers. Die Arbeit beginnt deshalb im Welpenalter, damit Besuch früh zur Normalität wird.
Das Wachen über Dinge.
Sofa, Auto, Napf, Lieblingsplatz. All das sind potentielle Dinge, die ein Rottweiler bewachen kann. Ein Rottweiler, der knurrt, wenn du dich seinem Platz näherst, ist kein Problemhund. Er tut das, wofür seine Vorfahren belohnt wurden. Das Auto ist dabei der Klassiker, weil es für ihn der Karren ist. Dagegenhalten bringt hier wenig. Von klein auf gilt stattdessen die Regel, dass die guten Dinge von dir kommen und dass Hergeben sich lohnt.
Das Pöbeln an der Leine.
Mit Menschen kommt diese Rasse gut zurecht, mit fremden Hunden wird es schwieriger. Das passt zum niedrigen Rang bei der Hundeverträglichkeit und zur Geschichte, denn er war ein Arbeitshund, der mit anderen Hunden nie zusammenarbeiten musste. Frühe, ruhige Hundekontakte sind daher viel wert und der Besuch einer kompetenten Welpenschule sind daher sehr zu empfehlen.
Der Hund, der selbst regiert.
Ausgelesen wurde er darauf, allein zu entscheiden, wenn der Metzger gerade nicht hinsah. Diese Selbstständigkeit ist im Alltag Segen und Falle zugleich. Bist du unklar, füllt er die Lücke. Klarheit heißt bei dieser Rasse also, dass du zuverlässig entscheidest und er dir das überlassen kann. Mit Härte hat das nichts zu tun.
Die zweite Pubertät.
Mit zehn Monaten wirkt alles noch so perfekt, und mit vierzehn testet er auf einmal jede Regel noch einmal. Oft folgt eine zweite Runde um den zweiten Geburtstag herum. Das ist der Zeitplan dieser Rasse, der viele Hundehalter häufig total verunsichert. Wer jetzt ruhig und verlässlich bleibt, hat danach den Hund, den er sich erhofft hat.
Wie viel an einem kurzen Zeitfenster hängt, zeigt die finnische Auswertung. Unter zwölf Umweltfaktoren war die Sozialisierung zwischen der siebten Lebenswoche und dem vierten Monat der wichtigste. Diese paar Wochen entscheiden also mit, ob dein Hund später Besuch und Kinderlärm gelassen nimmt.
Ist der Rottweiler gefährlich? Was die Zahlen tatsächlich sagen
Jetzt zum unbequemsten Kapitel. Die größte Untersuchung zur Gesundheit dieser Rasse hat die Tierarztdaten von 5.321 britischen Hunden ausgewertet. Ganz oben unter den Einzeldiagnosen stand Aggression mit 7,46 Prozent, also gar keine Krankheit. Bei Rüden waren es 9,36 Prozent, bei Hündinnen 5,47 Prozent.
Diese Zahl braucht allerdings eine Einordnung, die in Boulevardberichten immer fehlt. Halter großer Hunde suchen sich viel eher Hilfe, weil das Risiko einer echten Verletzung höher ist. Ein knurrender Chihuahua landet selten in der Patientenakte, ein knurrender Rottweiler schon. Zudem haben auch Fachleute Rassestereotype im Kopf. Die Studienautoren schreiben das selbst dazu.
Deshalb lohnt der Blick auf Zahlen, die von diesem Effekt unabhängig sind. In Irland wurde ausgewertet, was Rasselisten tatsächlich bewirkt haben. Die Zahl der Hundebisse mit Krankenhausaufenthalt stieg dort zwischen 1998 und 2013 von 4,65 über 5,07 auf 5,64 je hunderttausend Einwohner. Bereinigt um das Bevölkerungswachstum sind das 21 Prozent mehr, und die Rasseliste galt über den gesamten Zeitraum.
Dass Verhalten kein Schicksal ist, zeigt dagegen ein Blick in die Niederlande. Dort mussten Rottweiler-Elterntiere von 2001 bis 2009 einen Verhaltenstest bestehen, damit ihre Welpen Papiere bekamen. Die Häufigkeit von Angst und Aggression in der Population ging daraufhin zurück. Verhalten ist also züchtbar, in beide Richtungen.

Rottweiler Gesundheit: die Krankheiten, die wirklich zählen
Und damit kommen wir zu dem Teil, der in der Aufregung um diese Rasse fast völlig untergeht.
Krebs.
In der britischen Auswertung wurden 415 Todesfälle erfasst. Bei einem Drittel aller Hunde mit bekannter Todesursache war es eine Tumorerkrankung. Über alle Hunde in England hinweg liegt dieser Wert bei 16,5 Prozent.
Osteosarkom.
Der Tumor, für den diese Rasse berüchtigt ist, ist ein bösartiger Knochentumor. Eine britische Fall-Kontroll-Studie hat 1.756 Fälle gegen über 900.000 Hunde ohne diese Diagnose gestellt. Rottweiler und Deutsche Dogge stehen dort an der Spitze, mit einem mehr als zehnfachen Risiko im Vergleich zu Mischlingen. Erklären lässt sich das nicht allein über die Körpergröße, denn es gibt eine eigene genetische Komponente.
Das Osteosarkom beginnt harmlos. Der Hund lahmt, meistens an einem Vorderbein, und die erste Vermutung lautet Zerrung. Danach folgen Schwellung und Schmerz, und die Metastasen gehen früh in die Lunge. Wenn dein Rottweiler älter als sechs ist und plötzlich deutlich lahmt, gehört das deshalb zeitnah geröntgt.
Gelenke.
Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie sind die Klassiker, beide werden von den Zuchtverbänden per Röntgenbefund kontrolliert. Gelenkverschleiß war in der britischen Auswertung die vierthäufigste Einzeldiagnose. Dazu kommt der Kreuzbandriss. Weil das alles am Gewicht hängt, gehört ein Rottweiler schlank.
Herz.
Die Subaortenstenose ist eine angeborene Verengung unterhalb der Aortenklappe. Das Herz muss dabei gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Erkennbar ist sie über ein Herzgeräusch, das eine gute Tierärztin bereits beim Welpen hört.
Nervensystem.
Die Leukoenzephalomyelopathie ist erblich, trifft junge Hunde und führt zu fortschreitenden Lähmungen. Dazu kommt JLPP, die juvenile Larynxparalyse mit Polyneuropathie. Sie wird autosomal rezessiv vererbt und beginnt bei Welpen mit Atemproblemen. Immerhin gibt es dafür einen Gentest, den seriöse Zuchtverbände verlangen.
Haut.
Die pyotraumatische Dermatitis, umgangssprachlich Hot Spot, klingt harmlos und tut richtig weh. In der britischen Auswertung war sie die achthäufigste Diagnose, wobei Rüden mit 4,05 Prozent mehr als doppelt so oft betroffen waren wie Hündinnen.
Jetzt die Zahl, die alles zusammenfasst. Das mittlere Sterbealter lag in der britischen Auswertung bei 9,0 Jahren. Über alle Rassen hinweg sind es in England 12,0 Jahre. Selbst der Deutsche Schäferhund kommt mit derselben Methode auf 10,3 Jahre.
Innerhalb der Rasse gibt es zudem einen Unterschied, den kaum jemand auf dem Schirm hat. Hündinnen wurden im Schnitt 9,5 Jahre alt, Rüden dagegen 8,7. Das sind fast neun Monate Unterschied, allein über das Geschlecht.
Wer also mit einem Hund für fünfzehn Jahre plant, sollte diese Zahlen vor der Entscheidung kennen und nicht danach.

Defektzucht beim Rottweiler und die Frage der Kastration
Auf diesem Kanal geht es viel um Defektzucht. Beim Rottweiler muss man allerdings differenzieren, denn er passt in die üblichen Schubladen dieser Debatte nicht hinein.
Er hat keine platte Nase und keine Atemnot durch seinen Schädelbau. Ebenso wenig hat er eine verdrehte Wirbelsäule oder Hautfalten, in denen sich Entzündungen sammeln. Sein Körper funktioniert. Neben eine Französische Bulldogge gestellt, ist das ein Hund aus einer anderen Welt.
Und trotzdem stirbt er mit neun. Genau da liegt der Punkt: Defektzucht hat auch eine unsichtbare Variante. Beim Mops siehst du das Problem auf dem Foto. Beim Rottweiler siehst du gar nichts, und die Rechnung kommt erst im siebten oder achten Lebensjahr.
Der Mechanismus dahinter ist die Mathematik der Reinzucht. Wenn du auf ein bestimmtes Merkmal hin verpaarst, ziehst du seine genetische Nachbarschaft mit hoch, und darin stecken rezessive Defektvarianten. Diese machen erst dann Ärger, wenn ein Hund sie doppelt erbt. Bis dahin wandern sie still durch die Population. In einer großen englischen Auswertung lebten Mischlinge deshalb im Schnitt rund 1,2 Jahre länger als reinrassige Hunde. Ähnlich liegt der Fall übrigens beim Dobermann, der genetisch zur selben Gruppe gehört.
Bleibt die Kastration. Bei kaum einer Rasse ist sie so gründlich untersucht. In einer australischen Auswertung von 7.185 Rottweilern lebten Rüden, die vor dem ersten Geburtstag kastriert wurden, rund anderthalb Jahre kürzer als unkastrierte, bei Hündinnen war es etwa ein Jahr. Eine ältere amerikanische Studie fand bei früher Kastration ein mehr als verdreifachtes Knochenkrebsrisiko.
Drei Dinge gehören allerdings dazu. Die Studienlage ist uneinheitlich, denn die britische Auswertung fand sogar leicht längere Lebenszeiten bei kastrierten Tieren. Außerdem hat der Eingriff echte Vorteile, von der Gebärmuttervereiterung bis zu den Gesäugetumoren. Und drittens löst eine Kastration nachweislich kein Aggressionsproblem. Sprich also mit deiner Tierärztin über den richtigen Zeitpunkt, denn ein Rottweiler ist ein Spätentwickler und braucht seine Hormone für Knochen und Reifung.
Für wen der Rottweiler passt und für wen nicht
Ein Rottweiler ist kein Anfängerhund, und diesmal geht es weniger um Auslastung als um Souveränität. Dieser Hund braucht einen Menschen, bei dem er Entscheidungen abgeben kann, weil er sie sonst selbst trifft.
Er passt zu dir, wenn du dich hier wiederfindest:
- Ruhe bewahren, auch wenn ein Fremder auf dein Grundstück kommt
- Im ersten Jahr wirklich Zeit haben, ihn durch die Welt zu führen
- Eine Aufgabe anbieten, ob Fährte, Obedience oder Rettungshundearbeit
- Seine Gesundheit aktiv im Blick behalten, statt auf Symptome zu warten
Er passt nicht zu dir, wenn eines davon zutrifft:
- Der Hund soll dir Respekt verschaffen
- Konflikte löst du über Lautstärke
- Ein Begleiter für fünfzehn Jahre soll es werden
Wenn du das mitbringst, bekommst du einen Hund von einer Verlässlichkeit, die man schwer beschreiben kann. Einen, der nichts überstürzt und der ganze Familien durch alle Lebenslagen begleitet. Nur eben nicht so lange, wie man es sich wünscht.
Übrigens sitzen Rottweiler und ihre Mischlinge in Tierheimen überdurchschnittlich lange, weil Rasselisten, Mietverträge und Vorurteile die Vermittlung ausbremsen. Bei einem erwachsenen Hund siehst du Wesen und Gesundheit außerdem bereits.

