Inhalt
- 1 Welche Hunderasse passt wirklich zu dir?
- 2 Der Akita Inu und sein Ruf: was der Film ausgelöst hat
- 3 Herkunft: zwischen Samurai, Bärenjagd und Hundekämpfen
- 4 Akita Inu Charakter: der Hund ohne will-to-please
- 5 Akita Inu Erziehung: warum Druck hier alles zerstört
- 6 Akita Inu oder Shiba Inu: der Unterschied, den kaum jemand kennt
- 7 Gesundheit: robust gebaut, mit ein paar Baustellen
- 8 Passt ein Akita Inu zu deinem Leben?
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- 10 FAQ – Häufige Fragen zum Akita Inu
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Es gibt einen Film, der Millionen Menschen zum Weinen gebracht hat, mich eingeschlossen. Hachiko, mit Richard Gere. Ein Hund wartet jahrelang am Bahnhof auf einen Menschen, der nie wiederkommt. Und seit diesem Film kennt fast jeder den Akita Inu als treuesten Hund der Welt.
Das Problem an dieser Geschichte: Sie stimmt und sie führt trotzdem in die Irre. Denn die Menschen, die sich nach dem Abspann in diesen plüschigen Bären verlieben, bekommen ein paar Monate später einen Hund vorgesetzt, der ihnen nicht von den Lippen abliest. Er hört auch nicht aufs Wort und am liebsten meidet er fremde Hunde. Und dann wird es schwierig, vor allem in der Großstadt. In diesem Rasseporträt bekommst du einen sauberen Blick auf die wohl beeindruckendsten Hunde der Welt.
Disclaimer:
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die in diesem Artikel verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.
Welche Hunderasse passt wirklich zu dir?
Bevor du dich in Schlappohren und Kulleraugen verlierst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deinen Alltag, deine Zeit und deine Nerven. Der Rassecheck stellt dir ein paar Fragen und zeigt dir danach die eine Rasse, die wirklich zu dir passt – auf Basis echter Rassedaten statt Bauchgefühl.
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Der Akita Inu und sein Ruf: was der Film ausgelöst hat
Der echte Hachiko wartete von 1925 bis zu seinem Tod 1935 am Bahnhof Shibuya in Tokio. Sein Herrchen, ein Professor, war während der Arbeit gestorben und der Hund kam trotzdem weiter jeden Tag zur gewohnten Zeit an den Bahnsteig. Schon 1934 wurde ihm zu Lebzeiten eine Bronzestatue errichtet, denn einen wartenden Hund über Jahre, sieht man nicht jeden Tag.
Diese Geschichte hat den Ruf der Rasse für immer geprägt. Treue, Würde, bedingungslose Hingabe. Und tatsächlich stimmt jedes einzelne dieser Worte.
Was der Film verschweigt, ist der Preis dieser Treue. Der Akita Inu bindet sich tief an einen kleinen Kreis von Menschen und alles außerhalb dieses Kreises interessiert ihn wenig. Fremde Menschen begegnen ihm mit Zuneigung, er begegnet ihnen mit Gleichgültigkeit. Andere Hunde will er gar nicht erst in seiner Nähe haben. Wer Treue erwartet und dabei an einen anhänglichen Kuschelhund denkt, wird von diesem Hund enttäuscht werden.
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Herkunft: zwischen Samurai, Bärenjagd und Hundekämpfen
Der Akita Inu gehört genetisch zu den ältesten Hunden überhaupt. In den molekularen Stammbäumen sitzt er in einer Gruppe mit Chow-Chow und Shar Pei, also in jener Ecke des Hundestammbaums, die dem Wolf noch besonders nahe steht.
Seinen Namen trägt er nach der Präfektur Akita im Norden der japanischen Insel Honshu. Das angehängte Wort Inu heißt schlicht Hund. Sein Vorfahre, der Nippon Inu, ist auf japanischen Abbildungen schon rund um Christi Geburt zu sehen: ein spitzartiger Hund mit aufrechten Ohren und einer über den Rücken gerollten Rute. Über Jahrhunderte galt er als Gefährte der Samurai, und 1931 erklärte Kaiser Hirohito die Rasse zum nationalen Naturdenkmal.
Dann kommt der Teil, den die schönen Rasseporträts gern auslassen. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die mittelgroßen Vorfahren, die Akita Matagi, für Hundekämpfe eingesetzt. Weil man dafür schwerere Hunde brauchte, kreuzte man ab 1868 den japanischen Tosa und Mastiffs ein. Der Hund wurde massiger und verlor genau die Spitz-Merkmale, die ihn ausgemacht hatten. Erst 1908 wurden die Kämpfe verboten, und danach begann die mühsame Arbeit, den ursprünglichen Typ zurückzuholen.
Der Zweite Weltkrieg brachte die Rasse dann an den Rand des Verschwindens. Hunde wurden eingezogen, weil man aus ihrem Fell Kleidung für Soldaten machte. Nur die Schäferhunde im Militärdienst blieben verschont. Einige Züchter versteckten ihre Tiere oder flohen mit ihnen in die Berge. Was danach übrig blieb, teilte sich in zwei Linien: den japanischen Akita Inu, den man bewusst zum ursprünglichen Typ zurückzüchtete, und den größeren American Akita, der über das amerikanische Militär in die USA kam. Seit dem Jahr 2000 führt die FCI beide als eigene Rassen.

Akita Inu Charakter: der Hund ohne will-to-please
Es gibt eine Szene im Film, die den Kern dieser Rasse besser trifft als jedes Fachbuch. Der Professor wirft dem Hund einen Ball zu und wartet, dass er ihn brav zurückbringt. Der Hund schaut ihn an und rührt sich nicht.
Genau das ist der Punkt. Diesem Hund fehlt der sogenannte will to please, dieses Gefallenwollen, das bei Labrador oder Golden Retriever so selbstverständlich mitschwingt. Er prüft jede Ansage auf ihren Sinn. Ergibt sie für ihn einen, macht er mit. Ergibt sie keinen, schaut er dich an und tut nichts. Viele Menschen nennen das Sturheit. Dabei fühlt sich der Hund in vielen Situationen einfach nur unterfordert und sucht lieber nach seinem eigenen Lösungsweg.
Wie robust dieser Hund innerlich ist, zeigt die große Budapester Persönlichkeitsstudie, die 96 Rassen verglichen hat. Bei der emotionalen Stabilität landet der Akita Inu auf Platz sechs von sechsundneunzig. Er gehört damit zu den nervenstärksten Hunden überhaupt.
Im selben Datensatz steht er bei der Geselligkeit mit anderen Hunden auf Platz sechsundneunzig. Das ist der letzte Platz. Von allen untersuchten Rassen kommt er mit fremden Artgenossen am schlechtesten zurecht.
Diese Zahl solltest du dir merken, bevor du dich in ein Plüschgesicht verliebst. Der Akita Inu braucht eine große Individualdistanz. Er will fremde Hunde nicht in seinem Nahbereich haben und viele Rüden vertragen sich mit anderen Rüden gar nicht. Als Welpe spielt er oft noch mit allen, der erwachsene Hund wird deutlich wählerischer.
Zu seiner Familie ist er dagegen tief loyal und mit Kindern im eigenen Haushalt kommt er meist geduldig aus. Auch hier lohnt der ehrliche Blick: Er neigt dazu, seine Menschen zu beschützen. Bei wilden Spielen mit Besuchskindern kann es passieren, dass er die eigenen Kinder abschirmt. Unbeaufsichtigt sollte er in solchen Situationen niemals bleiben.

Akita Inu Erziehung: warum Druck hier alles zerstört
Wer dir erzählt, dieser Hund sei ein Anfängerhund, hat entweder noch nie einen gehabt oder hatte großes Glück. Erziehbar ist er, gar keine Frage. Leicht ist das trotzdem nicht.
Er ist ein klassischer Ein-Mann- oder Ein-Frau-Hund. Der Mensch ist ihm oft wichtiger als jeder Hundekumpel und er will jemanden an seiner Seite, dem er zutraut, gute Entscheidungen zu treffen. Über Zwang, Druck oder Härte erreichst du bei ihm genau das Gegenteil: Der Akita macht dicht oder geht in den Widerstand. Was wirkt, ist Überzeugung. Er gehorcht nicht, weil du es sagst, er kooperiert, wenn es für ihn Sinn ergibt.
Der zweite große Punkt ist die Sozialisierung und dafür hast du ein enges Zeitfenster. Zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat entscheidet sich zu großen Teilen, wie verträglich der Hund später mit Artgenossen ist. Was du in dieser Phase verschläfst, holst du kaum noch auf. Dazu kommt eine Eigenheit asiatischer Rassen: Ihr Interesse am Spiel mit anderen Hunden ist ohnehin gering. Der Akita Inu ist kein Hund für die Hundewiese und das ist keine Erziehungsfrage.
In der Pubertät wird es dann spannend. Ein junger Akita testet seine Stellung, setzt seinen Autonomieanspruch durch und eine Auseinandersetzung mit einem Jungrüden kann heftig ausfallen. Hier hilft Klarheit: freundlich, konsequent, mit ruhiger Körpersprache und ohne lautes Kommandogebrüll.
Zwei Dinge sind mir besonders wichtig. Von einer Schutzhundeausbildung ist bei dieser Rasse dringend abzuraten. Ist die hohe Reizschwelle gegenüber Menschen einmal durchbrochen, wird das schwer kontrollierbar. Und sein imposantes, in sich ruhendes Auftreten kann auf andere Hunde bedrohlich wirken, ganz ohne böse Absicht. Deine Aufgabe ist es, solche Begegnungen vorauszusehen, statt sie hinterher zu bedauern.
Übrigens: Die Behauptung, diese Rasse sei nicht trainierbar, ist Unsinn. In Clickertrainings mit verwandten asiatischen Rassen ließen sich sehr wohl Erfolge erzielen. Es braucht nur deutlich mehr Geduld.
Akita Inu oder Shiba Inu: der Unterschied, den kaum jemand kennt
Diese Frage bekomme ich ständig gestellt, und die Antwort ist überraschender, als du denkst.
Beide stammen vom selben Urvater ab, dem Nippon Inu, und beide sind nach demselben Bauplan gebaut, nur in verschiedenen Größen. Der Akita ist der größte japanische Spitz, der Shiba der kleinste. Der Name Shiba Inu heißt im japanischen Dialekt schlicht kleiner Hund.
Beim Körperbau ist der Abstand gewaltig. Der Akita misst rund sechzig bis siebzig Zentimeter Schulterhöhe und wiegt dreißig bis fünfzig Kilo. Ein Shiba kommt auf sechsunddreißig bis neununddreißig Zentimeter und neun bis vierzehn Kilo. Im Alltag macht das einen enormen Unterschied, gerade wenn so ein Hund einen anderen ins Visier nimmt.
Auch die Aufgabe trennt beide. Der Akita jagte Großwild, also Bären und Hirsche und bewachte Haus und Hof. Der Shiba war der Jäger auf kleines Wild in den Bergregionen Japans.
Beim Wesen wird es interessant, denn hier weicht das Klischee von den Daten ab. In der Budapester Studie liegt der Shiba bei der emotionalen Stabilität auf Platz sechsundvierzig, der Akita auf Platz sechs. Der große Japaner ist also nervlich deutlich robuster, während der Shiba temperamentvoller und reaktiver auftritt. Im Persönlichkeitsprofil ähnelt der Shiba am ehesten dem Collie und dem Zwergdackel, der Akita der Deutschen Bracke.
Und welcher der beiden ist nun der leichtere? Da muss ich dich enttäuschen. Beide sind eigenwillig, beide brauchen Erfahrung. Der Shiba passt körperlich in mehr Lebenslagen, sein Dickkopf hat es aber genauso in sich. Kleiner heißt hier eben nicht leichter.

Gesundheit: robust gebaut, mit ein paar Baustellen
Hier fällt der Befund erfreulich aus. Der Japaner ist eine robuste Rasse ohne extreme Körperform, und aus seriöser Zucht erreicht er im Schnitt rund zehn bis dreizehn Jahre.
Die bekannteste Erkrankung ist die Sebadenitis, eine Entzündung der Talgdrüsen. Das Fell fällt büschelweise aus, die Haut schuppt und verhornt im Verlauf. Für die Rasse wird ein autosomal rezessiver Erbgang angenommen, Rüden und Hündinnen sind gleichermaßen betroffen. Heilbar ist sie nicht, ihr Fortschreiten lässt sich mit dem Wirkstoff Ciclosporin A bremsen, bei milden Verläufen helfen spezielle Shampoos.
Eine Besonderheit, die viele Halter überrascht, ist die Mikrozytose, also abnorm kleine rote Blutkörperchen. Sie kommt bei asiatischen Rassen gehäuft vor und bleibt meist unauffällig. Wichtig ist sie vor allem, damit dein Tierarzt sie im Blutbild nicht mit einer Blutarmut verwechselt.
Dazu kommen die Themen, die bei einem großen Hund wenig überraschen: Hüftgelenksdysplasie, verschiedene erblich bedingte Augenerkrankungen und allergische Hauterkrankungen. Im Alter neigt der Akita Inu zu Spondylosen und Arthrosen. Seltener tritt ein kongenitales Vestibularsyndrom auf, eine Erbkrankheit des Innenohrs, die das Gleichgewicht stört.
Die Fellpflege ist unkompliziert, das harte Deckhaar reinigt sich weitgehend selbst. Zweimal im Jahr steht allerdings ein heftiger Fellwechsel an, und dann brauchst du täglich die Bürste und einen guten Staubsauger.

Passt ein Akita Inu zu deinem Leben?
Am Ende bleibt die Frage, die dich wohl hergeführt hat. Ich mache es dir nicht leicht, dafür ehrlich.
Ein Akita Inu passt zu dir, wenn du Hundeerfahrung mitbringst und souverän führen kannst, ohne laut zu werden. Wenn du seinen Stolz verstehen statt brechen willst. Wenn du bereit bist, ihn von klein auf sorgfältig an Menschen und Hunde zu gewöhnen. Und wenn es dich kaltlässt, dass er die Hundewiese meidet und fremde Artgenossen links liegen lässt.
Er passt dagegen nicht zu dir, wenn du dir einen fröhlichen Everybody’s Darling wünschst, der jeden abschlecken will. Auch nicht, wenn du ihn als schmückendes Beiwerk fürs Sofa siehst. Und für deinen allerersten Hund taugt er ohnehin nicht.
Bringst du das alles mit, dann bekommst du einen der loyalsten, ruhigsten und beeindruckendsten Hunde, die es gibt. Einen, der sich im Zweifel schützend vor seine Familie stellt und dessen Treue zu Recht ganze Kinofilme trägt.
Und falls du gerade ernsthaft nachdenkst: Wirf einen Blick in den Tierschutz. Dort sitzen erstaunlich viele Akitas, weil ihr erster Mensch die Rasse unterschätzt hat. Diese Hunde haben oft am meisten Verständnis verdient.
Ob so ein Hund wirklich zu deinem Leben passt, findest du in wenigen Minuten mit meinem kostenlosen Perfect Match Rassecheck heraus.


