Hundetraining

Hundetrainer Tipps I Skurrile Ratschläge von Hundetrainern

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Der Hundetrainer hat gesagt…

Einige Zuschauer unseres Kanals sind unserem Aufruf gefolgt und haben ihre persönliche Geschichte zum Thema Hundetrainer Fails mit uns geteilt. Lustige, aber auch bedenkliche Geschichten sind dabei in unser E-Mail-Postfach geflattert. Neben eigenen Erfahrungen habe ich vier dieser Geschichten ausgewählt und möchte auch dazu meine Sichtweise schildern.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. 

Ziel dieses Artikels

Dieser Artikel soll Hundetrainer – Kollegen nicht bloßstellen, sondern dich dafür sensibilisieren mehr auf dein Bauchgefühl zu hören. Glaub nicht pauschal alles, was dein Hundetrainer dir sagt. Sofern du manche Hinweise oder Ratschläge nicht verstehst, solltest du dich nicht scheuen, auch mal zu hinterfragen. Allerdings besitzt nicht jeder Hundetrainer ausreichend soziale Kompetenz gegenüber seinen Kunden. Auch das vorhandene Fachwissen kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Solltest du während des Termins denken: „Bloß weg hier!“, dann höre auf dein Bauchgefühl und schau dich nach einem anderen Hundetrainer um. 

LUSTIGE HUNDETRAINER FAILS

Die Lage checken

Ich wurde von einem Kunden als Hundetrainer gerufen, da der Hund andere Hund unterwegs anpöbelte. Eine Kollegin, die bereits vor mir an dem Problem gearbeitet hatte, konnte das Problem scheinbar nicht lösen. Um mir das Verhalten des Hundes anzuschauen schlug ich einen Spaziergang vor, bei dem alles so laufen sollte als wäre ich gar nicht anwesend. Vor Verlassen des Hauses gab der Kunde seinem Hund das Kommando Sitz. Der Hund wartete brav an der Türschwelle, während sich sein Herrchen demonstrativ auf den Gehweg stellte. Wie ein Matrose im Krähennest nahm er die Handfläche an die Stirn und hielt Ausschau in die linke und in die rechte Richtung. Dann kehrte er zurück und nahm die Leine auf. Auf meine Nachfrage, was er da täte, sagte er:

„Der vorherige Hundetrainer hat gesagt, dass ich meinem Hund mehr Sicherheit geben muss. Er riet mir darum, vor dem Verlassen des Hauses demonstrativ die Lage zu checken. Mein Hund soll dadurch lernen, dass er sich draußen um nichts kümmern muss.“

Ich: „Pöbelt ihr Hund dadurch draußen denn weniger als vorher?“

Kunde: „Nein, er pöbelt noch genau so stark wie immer!“

Mein Fazit

Der Besitzer muss lernen, während des gesamten täglichen Miteinanders Sicherheit auszustrahlen. Dazu gehört auch, den Hund souverän und ohne körperliche Kraft an lockerer Leine durch den Spaziergang führen zu können. Durch das „Lage checken“ wird sich das Pöbel-Problem zwar nicht verschlimmern, aber definitiv auch nicht verbessern.

Hundetrainerin vom Kofferraum verschluckt

Paul schickte folgende Geschichte:

„In unserer ersten Hundeschule sollte unsere Hündin Emma lernen, auf Kommando in den Kofferraum einzusteigen. Da sie das Kommando „Hepp“ bereits kannte, sagte der Hundetrainer: „Kein Thema! Das ist eine Sache von fünf Minuten!“ Nach der Gruppenstunde gingen wir also zu unserem Auto mit elektrischer Heckklappe. Der Hundetrainer versuchte Emma mit „Hepp“ zum Einsteigen zu animieren. Emma zeigte sich sichtlich desinteressiert. Der Hundetrainer baute daraufhin etwas mehr Druck auf und hielt die Leine auf Spannung. Emma schaltete auf stur. Schließlich krabbelte der Hundetrainer in den Kofferraum unseres Kombis und erhöhte den Zug auf der Leine. Emma gab dem Zug nicht nach, sondern legte sich vor dem Auto ab. Dabei löste sie mit den Pfoten den Sensor der Kofferraumklappe aus. Diese schloss sich und der Hundetrainer verschwand im Kofferraum. Emma lag sichtlich unbeeindruckt hinter dem Auto und wir haben uns vor Lachen fast in die Hose gemacht.“

Mein Fazit

Paul’s Geschichte zeigt einen sehr kreativen Hundetrainer, der die ganze Situation sicherlich ebenfalls mit Humor genommen hat.

Bedenkliche HUNDETRAINER FAILS

Das Leinen-Trauma

 Der 2-jährige Hund einer Kundin hat seit dem Welpenalter Angst vor fremden Männern. Die Kundin erzählte mir, dass der Hund als Welpe eine negative Erfahrung mit einem männlichen Hundetrainer gemacht hatte. Der Hundetrainer war dabei den Rückruf mit dem Welpen zu üben. Als dieser den Rückruf nicht sofort ausführte, warf er unsanft eine Leine nach dem Hund. Der Welpe erschrak nicht nur, er wurde auch noch unsanft von der Leine getroffen. Seit diesem negativen Erlebnis zeigte der Welpe Ängste gegenüber ihm unbekannten Männern.

Mein Fazit

Während der ersten vier Lebensmonate durchlebt jeder Welpe die sogenannte Sozialisationsphase. Negative Erfahrungen in der Sozialisationsphase können lebenslange Auswirkungen auf das Verhalten eines Hundes haben. Der Welpe meiner Kundin speicherte damals ab: „Dieser Mann war gefährlich, also könnten auch alle anderen fremden Männer potentiell gefährlich sein!“ Die daraus resultierende Unsicherheit des Welpen wird im Anschluss häufig noch unbewusst durch den Hundebesitzer verstärkt. Der Hund hat dadurch keine Chance, einen entspannten Umgang mit fremden Männern zu lernen. Unter fachlich kompetenter Anleitung lässt sich das Verhalten des Hundes natürlich wieder in eine positive Richtung beeinflussen. Es erfordert jedoch eine Menge Zeit und Geduld.

Hundeerziehung in den einzelnen Entwicklungsphasen des Hundes

Vorwürfe statt Problemlösungen

Anna schreibt:

„Wir haben unsere Hündin Bria im Alter von ca. 6 Monaten aus dem Auslandstierschutz adoptiert. Bria ist sehr ängstlich und unsicher. Nach 3 Wochen hatten wir darum den ersten Kontakt mit einer Hundetrainerin, die selber Hunde aus dem Auslandstierschutz hatte. Die Hundetrainerin meinte, Bria’s Angst wird nie weg gehen und sie hätte gar nicht nach Deutschland vermittelt werden dürfen. Das mit dem Auslandstierschutz müsse generell aufhören und ihr nächster Hund wird ein Welpe vom Züchter. Außerdem vermutete die Hundetrainerin, dass Bria ein slowakischer Wolfshund-Mischling sei und demnach absolut kein Anfängerhund. Ungefähr 1,5 Stunden sagte die Hundetrainerin nur Negatives. Wir waren am Boden zerstört und dachten ernsthaft über eine Abgabe nach. Jetzt ist Bria schon seit 4 Monaten bei uns und macht viele Fortschritte. Sie wird wohl immer ein eher unsicherer Hund bleiben, aber wir haben uns zwischenzeitlich einen anderen Hundetrainer gesucht, der uns sehr ermutigt und motiviert.“

Mein Fazit

Ein Hundetrainer, der einen Hund aufgrund seiner Herkunft und seines Erscheinungsbildes in eine Schublade steckt, wirkt wenig seriös. Es ist sehr unprofessionell, den Hund als hoffnungslosen Fall zu betiteln und als Erstes zur Abgabe des Hundes zu raten, ohne sich mit dem eigentlichen Problem zu befassen. Eine persönliche Meinung kann auch so platziert werden, dass der Kunde davon nicht völlig verunsichert wird, er aber trotzdem das Gefühl hat, dass ihm geholfen wird. Gut, dass Anna noch einen zweiten Hundetrainer konsultiert hat, der sie nun unterstützt und gemeinsam mit ihr an dem Problem arbeitet.

Richtiger Umgang mit ängstlichen Hunden

Hundetrainer & Stachelhalsband?

Maya aus den USA schreibt:

„Wir nahmen telefonischen Kontakt zu einem Hundetrainer auf. Ohne uns und den Umgang mit unserem Hund zu kennen erklärte mir die Hundetrainerin eine Viertelstunde lang, was wir alles falsch machen. Mir wurde gesagt, der Hund dürfe ab jetzt weder auf die Couch, noch ins Bett – in das er eh noch nie durfte. Wenn der Hund uns mal leckt, wäre das eine Vorstufe zur Aggression, das dürften wir ab jetzt auch nicht mehr zulassen. Auf die Frage, wie das Training denn genau ablaufen würde, gab es eine sehr lange, unverständliche Antwort. Als ich einwarf, ich würde gerne auf Elektroschock- und Stachelhalsband verzichten hieß es, ich hätte ja überhaupt keine Ahnung. Stachelhalsbänder wären die beste Methode mit einem Hund zu arbeiten. Offensichtlich wäre ich also nicht die richtige Person einen Hund zu halten. Natürlich habe ich von einem Termin mit dieser Hundetrainerin abgesehen.“

Unter Strom

Meine Hündin Amy und ich waren in der Natur unterwegs, als uns plötzlich ein Ridgeback-Rüde vor die Füße sprang. Glücklicherweise war der Rüde freundlich und begann mit Amy zu spielen. Den Besitzer konnte ich leider nirgendwo entdecken. Plötzlich schrie einer der Hunde laut auf. Zuerst dachte ich, der Rüde hätte Amy verletzt. Dann allerdings sah ich, dass der Rüde zusammenzuckte und dabei laut aufschrie. In diesem Moment fiel mir der schwarze Kasten am Hals des Rüden auf. Der Besitzer war zwar nicht zu sehen, löste aber scheinbar regelmäßig das Elektrohalsband aus, um seinen Hund zur Rückkehr zu bewegen. Ich hatte Sorge, der Rüde würde den Schreck- und Schmerzreiz vielleicht mit Amy verbinden und aggressiv reagieren. Er löste sich aber glücklicherweise aus dem Spiel und verschwand wieder in den Büschen. Ich hielt noch eine Weile erfolglos Ausschau nach dem verantwortungslosen Besitzer.

Mein Fazit

In den USA sind Elektro- und Stachelhalsbänder erlaubt. Das bedeutet aber nicht, dass alle amerikanischen Hundetrainer diese Methoden auch nutzen. Ich lebte selber mal knapp vier Jahre mit Mann und Hund in Amerika. In den ortsansässigen Hundeschulen wurden weder Stachel- noch Elektrohalsbänder eingesetzt. Leider ist die Verwendung von Stachelhalsbändern auch bei uns in Deutschland noch immer erlaubt. Die Verwendung von Elektrohalsbändern ist dagegen gesetzlich verboten. Kaufen kann man sie aber trotzdem, nur benutzen darf man sie nicht. Allerdings findet man auch bei uns immer noch Hundehalter, die diese Teile verbotenerweise im Einsatz haben.

Erikas Geschichte mit ihrer Hundetrainerin

Erika’s Shiba Inu Rüde Chipsy verhält sich bekannten Hunden gegenüber sehr sozial und geht an lockerer Leine an fremden Hunden vorbei. Unverhoffte Begegnungen im Freilauf bergen jedoch Konfliktpotential. Nach Absprache mit einem Hundetrainer buchte Erika eine Trainingsstunde, in der ein kontrollierter Freilauf stattfinden sollte.

Erika schreibt:

„Als ich mit Chipsy in der Hundeschule ankam sagte man mir, dass der Freilauf aufgrund der rutschigen, nassen Wiese nicht stattfinden kann. Statt die Trainingsstunde zu verschieben hatte die Hundetrainerin einfach etwas anders vorbereitet. Chipsy und ich sollten einen schmalen Feldweg entlang gehen, an dem auf jeder Seite Hunde mit ihren Haltern platziert waren. Eine Situation, die ich im Alltag nie habe und umgehen würde. Ich ging los und bereute innerlich, nicht nach Hause gegangen zu sein. Chipsy, extrem unmotiviert so eng an den fremden Artgenossen vorbei zu müssen, grummelte einmal. Die Hundetrainerin fuhr mich an, dass ich das zu unterbinden habe!“

Individualdistanz

Mit dem Grummeln zeigte Chipsy deutlich, dass ihm die Nähe zu den fremden Artgenossen Unwohlsein hervorrief. Statt Chipsy aber etwas mehr Abstand zu ermöglichen, wird er in einen Konflikt gezwungen und dafür auch noch gemaßregelt. Jeder Hund oder auch Mensch hat eine individuell ausgeprägte Wohlfühl-Distanz zu fremden Menschen oder Artgenossen. Man nennt das auch Individualdistanz. Was für den einen Hund noch völlig in Ordnung ist, kann für einen anderen Hund schon viel zu nah sein. Die persönliche Individualdistanz sollte eigentlich jeder Hundetrainer im Training beachten und entsprechend das Training aufbauen.

Hundetrainer & Soziale Kompetenz

Erika’s Geschichte geht noch weiter:

„In der nächsten gestellten Situation wurde ein frei laufender Golden Retriever auf mich und meinen angeleinten Hund losgelassen. Die Hundetrainerin hat heldenhaft versucht den Goldie zu blocken, um mir den Ablauf vorzuführen. Sie schaffte es aber nicht und der Goldie kam an Chipsy ran. Daraufhin fuhr die Hundetrainerin mich an, ich sollte aufpassen! Egal was ich machte, es tönte x-mal „FALSCH, FALSCH“. Wann immer ich etwas hinterfragte oder kritisierte hieß es nur „Du willst nur nicht führen!“ Der Termin bestand aus reiner Selbstbeweihräucherung des eigenen Könnens und für mich war es einfach nur schade um Geld und Zeit!“

Mein Fazit

Erika’s Erlebnis ist für mich eine typische „Bauchgefühl schlecht? Nichts wie weg!“ Geschichte. Hundetrainer, die nur eine wahre Trainingsmethode kennen und sich nicht auf ihre Kunden einstellen und flexibel reagieren können, sollten besser den Beruf wechseln. Als Hundetrainer sollte man vor allem eins beherrschen: soziale Kompetenz gegenüber seinen Kunden. Sie sollten erkennen können, ob gewissen Methoden entweder den Hund überfordern, oder enormes Unwohlsein beim Halter auslösen. In beiden Fällen wäre das nicht die richtige Trainingsmethode. Daher sollten Hundetrainer sich individuell auf jedes Mensch-Hund-Team einstellen können und mit freundlichen Worten ggf. eine alternative Lösung finden.

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