Hundetraining

Leinenführigkeit trainieren – Der Weg zur lockeren Leine

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Leinenführigkeit trainieren / Dem Hund das Ziehen an der Leine abgewöhnen / Einfach und effektiv

 

Leinenführigkeit: viel versucht, ohne Erfolg? 

Stehenbleiben, Blockieren mit dem Körper, Richtungswechsel sind häufig verwendete Methoden, um mit deinem Hund die Leinenführigkeit zu trainieren. Wenn all das für dich und deinen Hund bisher nicht zielführend war, zeige ich dir jetzt keine weitere Technik. Du bekommst vielmehr eine alltagstaugliche Struktur, die dir auf dem Weg zur lockeren Leine helfen kann.

 

Leinenführigkeit : häufige Trainingsfehler

Ein Welpe tappt meistens fröhlich und an lockerer Leine neben seinem Besitzer her, denn ihm ist es wichtig, seinen Menschen nicht zu verlieren. Mit Beginn der Pubertät wird der kleine Vierbeiner jedoch selbständiger und das „an der Leine ziehen“ nimmt seinen Anfang.

Statt gerade in dieser Zeit konsequent zu bleiben lässt sich der Besitzer dann doch des Öfteren durch die Gegend ziehen oder weicht aus Bequemlichkeit auf eine Flexi- oder Schleppleine aus. Die Folge ist, dass der Hund seinen Menschen immer mehr ausblendet, da es außer der straffen Leine keine großartige Verbindung (mehr) zwischen Mensch und Hund gibt.

Auch fehlende Geduld und Selbstbeherrschung erschweren die Leinenführigkeit immens. Arbeite daher parallel zum Leinentraining unbedingt an der Frustrationstoleranz und Impulskontrolle deines Hundes.

Bevor du mit dem Training der Leinenführigkeit draussen beginnen kannst, legst du bereits zu Hause die Grundlagen. Schau dir bitte dazu den Beitrag an "Leinenführigkeit, das Training beginnt zu Hause"!

Nutze verschiedene Führpunkte

Viele Hunde werden am Halsband ODER am Geschirr geführt. Völlig ok, wenn du dabei konsequent auf eine lockere Leine achtest. Meist sieht es jedoch so aus, dass das Ziehen des Hundes eine Weile stillschweigend geduldet wird. Dein Hund erhält dann – wenn es dir zu bunt wird – einen ordentlichen Anschiss für etwas, was zuvor keinerlei Konsequenzen für ihn hatte. Für den Hund ist das völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar.

Ab sofort agierst du eindeutig für deinen Hund. Du benötigst dazu lediglich ein Halsband, ein Geschirr und eine 2 Meter lange Führleine mit drei Ösen, die du auf 1 Meter, 1,50 Meter oder 2 Meter einstellen kannst. Am Halsband hat Ziehen ab sofort Konsequenzen und am Geschirr darf dein Hund auch mal moderat ziehen, um zu schnüffeln oder um sich zu lösen.

Starte jeden Spaziergang strukturiert am Halsband und mit 1 Meter langer Leine und beende auch jeden Spaziergang mit dieser Struktur. Je nach Lust und Laune baust du weitere kleine Trainingseinheiten zur Leinenführigkeit an kurzer 1 Meter Leine mit in den Spaziergang ein.


Leinenführigkeit beginnt schon an der Haustür

Du gehst zuerst durch die Tür, indem du deinen Hund an straffer Leine hinter dir hältst? Damit gaukelst du dir vor, dass du deinen Hund kontrollierst. Jedoch bedeutet eine straffe Leine immer, dass dein Hund gedanklich überall ist, aber nicht bei dir. Schau dir dazu unseren Beitrag „Hilfe, mein Hund zieht schon an der Haustür!“ an, in dem ich detailliert erkläre, wie du das Haus an lockerer Leine verlässt.

 

Der Start des Spaziergangs

Zu Beginn des Spazierganges ist die Leine auf 1 Meter eingestellt und am Halsband befestigt. Die Leine sollte leicht durchhängen, wenn dein Hund neben dir steht. Bei kräftigen oder ungestümen Hunden verhilft es dir zu mehr Stabilität, wenn du die Leinenhand an der Hosen- oder Jackentasche fixierst.

Übe dabei gleichzeitig Druck gegen deinen Körper aus, damit dein Hund dir bei einem unverhofften Hüpfer in die Leine nicht die Tasche einreißt. Ein weiterer Vorteil einer „fixierten Leinenhand“ ist, dass du nicht versehentlich mit deinem Arm dem Ziehen deines Hundes nachgibst und dabei aus dem Gleichgewicht gerätst.

Tipp:

Bei eher ungestümen Hunden kannst du dir die Leine auch wie eine Schlaufe um die Schulter legen und die Leinenhand zusätzlich wie zuvor beschrieben mit Druck gegen den Körper fixieren. Dies gibt dir Stabilität und zusätzlich eine bessere Kontrolle über deinen Hund. Sofern dein Hund sich sehr stark ins Halsband legt, so lege die Schlaufe der Leine anfänglich unterstützend um die Brust deines Hundes. Das gibt dir mehr Kontrolle und dein Hund hat weniger Druck auf dem Halsband.

Gehe zielgerichtet geradeaus und lass dich nicht von deinem Hund abdrängen. Bleib stehen, wenn dein Hund dir trotz der kurzen Leine vor die Füße läuft und führe ihn wortlos und ohne Hektik zurück an deine Seite. Nutze dafür ggf. unterstützend deine Hand. Diskutiere nicht mit Worten und Kommandos, da dies meist zu einem noch aufgeregteren Hund führt.

 

Kleine Hilfen beim Spaziergang

Die Leinenführigkeit erreichst du nachhaltig, indem der Fokus deines Hundes bei dir liegt. Lenk den Fokus deines ziehenden Hundes auf dich zurück, indem du ohne jegliche Vorwarnung ein parkendes Auto, einen Laternenpfahl, einen Gullideckel oder auch einen Baum umrundest. Verlagere dafür dein Gewicht auf das Bein, welches deinem Hund zugewandt ist. Führe eine 90 Grad Drehung in Richtung deines Hundes aus.

Bleib dabei aufrecht und achte auf deine Körperspannung. Läufst du nämlich mit unsicherem Schritt einen hektischen und unkoordinierten Bogen um deinen Hund herum, so wird er deine Einschränkung nicht ernst nehmen und du somit seinen Fokus nicht zurückerlangen. Zusätzlich kannst du auch mal ohne Vorwarnung, aber langsam 1 bis 2 Schritte rückwärts gehen, um den Vorwärtsdrang deines Hundes kurz auszubremsen.

 

Loben

Am allerwichtigsten ist jedoch, dass du deinem Hund eine Rückmeldung darüber gibst, wenn du sein Verhalten gut findest. Bestätige daher anfänglich jeden Blickkontakt deines Hundes oder auch eine lockere Leine mit einem freundlichen und anerkennenden sozialen Lob.

Vermeide zu schrille Töne, da dies viele Hunde nur unnötig hochpusht. Zusätzlich zum Lob kannst du natürlich auch mit Futter arbeiten und jeden – von dir nicht aufgeforderten Blickkontakt oder die lockere Leine – mit einem ruhigem Lob samt Futter belohnen. Dein Hund lernt dadurch, welches Verhalten ihm Vorteile bringt und welches nicht.

 

Schnüffeln und Lösen

Schnüffeln oder sich Lösen ist zu Beginn des Spazierganges tabu. Die Erwartungshaltung deines Hundes verändert sich dadurch von „Ich ziehe meinen Besitzer aus der Tür heraus und peile direkt die erste Schnüffel- und Pinkelstelle an!“ zu „Ich konzentriere mich erstmal auf meinen Besitzer, damit ich Schnüffeln und Pinkeln darf!“ Ob dein Hund nun nach einer oder erst nach fünf Minuten mehr Freiheit zum Schnüffeln und Geschäft verrichten genießen darf hängt also davon ab, wie gut er mitarbeitet.

Bei besonders aufgeregten Hunden, denen Konzentration schwerfällt, reichen anfänglich tatsächlich 4-5 Sekunden lockere Leine, um mehr Freiheit zu bekommen. Halte an, wenn die Leine kurz locker ist, verändere den Führpunkt vom Halsband auf das Geschirr und verlängere die Leine auf 1,50 oder 2 Meter.

Gib deinen Hund mit einem „ok“ frei, damit er nun sein Geschäft verrichten und auch mal Schnüffeln kann. Er lernt, dass er durch eine lockere Leine zum Ziel kommt. Je nach Mitarbeit deines Hundes wird er mal nach 50 Metern und mal erst nach 100 oder 200 oder mehr Metern mehr Freiheit bekommen, um seinen Bedürfnissen nachzugehen.

Aber Achtung!

Narrenfreiheit gibt es aber auch an der längeren Leine nicht. Legt dein Hund seinen Oberkörper aktiv in die Leine und zieht, so korrigierst du dieses Verhalten, indem du 2-3 Schritte in die entgegengesetzte Richtung gehst. Zieht dein Hund also extrem nach rechts, so machst du mal 2-3 plötzliche Ausfallschritte nach links und umgekehrt. Zieht er stark nach vorne, so gehst du mal unverhofft 2-3 Schritte rückwärts. Auch hier verhilft dir eine feste Leinenhand zu mehr Stabilität.

Hat dein Hund an einer Stelle mal ganz besonders großes Interesse, so nutze dies, um die Orientierung an dir zu verbessern. Halte die Spannung der Leine aufrecht und warte still ab, bis dein Hund dich fragend anschaut. Laufe dann mit ihm gemeinsam zu der spannenden Stelle. Dein Hund lernt, dass du ihm nichts verbietest, sondern er einfach nur mit dir in Kontakt treten muss um sich seinen Wunsch zu erfüllen.

Natürlich soll dein Hund auch auf jedem Spaziergang ausgiebig schnüffeln, spielen, toben und seine Energie abbauen können. Dies aber immer seinem Ausbildungsstand angepasst, sprich entweder an der Schleppleine oder auch im Freilauf.

 

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