Hundetraining

Abbruchsignal Hund beibringen – So lernt dein Hund das NEIN!

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So bringst du deinem Hund ein Abbruchsignal bei!

Es ist in vielen Situationen hilfreich, wenn du deinen Hund durch den Einsatz von einem Abbruchsignal von etwas Unerwünschtem abhalten kannst. Such dir zunächst ein Wort aus, welches du als Abbruchsignal verwenden möchtest. Das Wort NEIN ist gern genommen, hat aber den Nachteil, dass es im Alltag sehr oft eingesetzt wird und es zudem auch noch dem Lob FEIN sehr ähnelt. Beides kann beim Hund Verwirrung stiften. Wir verwenden im folgenden Text das Wort „Nix da!“. Du kannst dieses Wort natürlich gegen ein anderes Wort, wie zum Beispiel „Lass es!“, „Pfui!“, „Tabu!“ oder auch gegen ein Geräusch deiner Wahl austauschen.

 

Warum der Hund das Abbruchsignal erst lernen muss

Hunde sprechen leider kein Deutsch, daher ist das Wort „Nix da!“ zunächst nur ein nichtssagendes Geräusch für deinen Hund, welches erstmal mit einer Handlung verknüpft werden muss. Hunde können nicht generalisieren, sprich nicht verallgemeinern. Daher musst du das Abbruchsignal in kleinen Schritten von leicht zu schwer und in unterschiedlichen Umgebungen von ablenkungsfrei bis ablenkungsreich üben.

Hunde haben übrigens sehr gute Ohren, daher solltest du das Abbruchsignal zwar mit einer gewissen Ernsthaftigkeit, aber ohne dabei laut oder hektisch zu werden, aussprechen. Anspannung überträgt sich auch immer über die Stimme. Das veranlasst viele Hunde dazu, erst recht mit dem tollen Fund abzuhauen oder ihn möglichst schnell herunterzuschlucken.

Das „Nix da!“ Objekt sollte immer tabu bleiben. Du lässt deinen Hund später auch nicht als Belohnung den Döner futtern, wenn er ihn zuvor erfolgreich liegen gelassen hat.

 

Der Aufbau des Abbruchsignals in 3 Schritten

 

SCHRITT 1

Schnapp dir ein paar Brocken Futter der Tagesration. Biete deinem Hund ein Stück Futter aus offener Handfläche mit einem freundlich ausgesprochenen „Ok“ an. Wiederhole das 4-5 Mal und wechsle dabei die Futterhand und auch die Position der Hand. Beim nächsten Futterstück ertönt nun dein Abbruchsignal während du die offene Hand präsentierst und kurz darauf zur Faust schließt.

Diese Reihenfolge – erst Wort, dann die Hand schliessen – verhindert, dass die geschlossene Hand aus Versehen zum Sichtzeichen für deinen Hund wird und das Wort in den Hintergrund gerät. Hunde achten in erster Linie auf unsere Körpersprache und nicht auf das, was wir verbal äußern. In Zukunft soll das gesprochene Abbruchsignal und nicht die Faust eine Bedeutung für deinen Hund haben.

Die meisten Hunde lecken oder schnüffeln erstmal an der Hand, da das Abbruchsignal bisher noch keine Bedeutung hat. Ignoriere das und warte still ab, damit dein Hund selber ausprobieren kann, wie er ans Ziel kommt. Sobald dein Hund kurz abwartend Abstand hält belohnst du ihn aus der anderen Hand. Nach ein paar erfolgreichen Wiederholungen erschwerst du die Übung, indem dein Hund erstmal Blickkontakt zu dir herstellen muss, damit er seine Belohnung aus der anderen Hand bekommt.

Nun überprüfst du, ob das Abbruchsignal bereits eine Bedeutung für deinen Hund bekommen hat. Präsentiere deine offene Hand, sag das Abbruchsignal und lass die Hand dabei auf. Wartet dein Hund ab, so belohnst du ihn aus der anderen Hand. Ignoriert er das Abbruchsignal und will ans Futter, so schließt du die Hand und übst noch ein wenig weiter, bis dein Hund sich auch an offener Hand zuverlässig zurückhält, wenn du das Abbruchsignal aussprichst.

 

SCHRITT 2

Setz dich je nach Größe deines Hundes auf einen Stuhl oder bleib stehen. Lass ein Futterstück auf den Boden fallen und gib deinem Hund gleichzeitig das „Ok“ es zu fressen. Wiederhole das ein paar Mal in verschiedene Richtungen. Nun lässt du ein weiteres Stück Futter vor deine Füße fallen, dass Abbruchsignal ertönt und du deckst das Futterstück mit deinem Fuß ab, sofern dein Hund es fressen möchte. Hält dein Hund daraufhin Abstand, so nimmst du den Fuß vom Futterstück und belohnst deinen Hund aus der Hand. Das „Nix da!“ Futterstück sammelst du wieder ein.

Hält dein Hund schon allein aufgrund von deinem ausgesprochenen Abbruchsignal Abstand, so deckst du das Futterstück nicht mit dem Fuß ab und belohnst deinen Hund wie gewohnt aus der Hand. Achte darauf, dass dein Hund wirklich keinen Erfolg hat, das „Nix da!“ Futterstück zu fressen. Wirf jedes Futterstück also nur so weit weg, wie du es mit deinem Fuss abdecken könntest.

 

SCHRITT 3

Nun geht es raus an einen ruhigen ablenkungsarmen Ort an der frischen Luft. Lege von deinem Hund unbemerkt ein paar Futterstücke aus, die dein Hund zwar mag, die aber nicht seine Leibspeise sind.

Dadurch fällt es deinem Hund anfänglich leichter, dem Futter zu widerstehen. Als Belohnung steckst du dir etwas ein, was dein Hund richtig gern mag. Er lernt, dass sein Verzicht ihm etwas noch viel Tolleres beschert.

Dein Hund ist angeleint während ihr in Richtung der ausgelegten Futterstücke geht. Du weist deinen Hund nicht auf das Futter hin, sondern wartest, bis er das Futterstück in der Nase hat. Sobald er sich für das am Boden liegende Futter interessiert, ertönt dein Abbruchsignal. Wendet dein Hund sich dir daraufhin zu, so belohnst du ihn und freust dich über seine tolle Entscheidung.

Bleibt sein Fokus auf das Futterstück gerichtet, so hältst du die Spannung der Leine aufrecht, indem du deine Leinenhand an deinem Körper fixierst und still abwartest. Sobald dein Hund zu dir schaut, erfolgt bei dir die Belohnung mit dem hochwertigeren Futterstück.

Sobald dein Hund zuverlässig in mindestens 9 von 10 Fällen auf das Abbruchsignal reagiert, kannst du das Training erschweren, indem du zum Beispiel Spielzeug oder Leberwurstschnittchen auslegst und deinen Hund damit wohldosiert immer schwierigeren Situationen aussetzt.

 

Anti-Giftköder-Training?

Der Aufbau von einem Abbruchsignal ist nicht mit einem Anti-Giftköder-Training gleichzusetzen. Beim Anti-Giftköder-Training wird mit dem Geruch giftiger Substanzen gearbeitet, wie zum Beispiel Schneckenkorn oder Rattengift. Sobald der Hund in die Nähe des ausgelegten, aber gesicherten Köders kommt, wird ein für den Hund aversiver, also abschreckender Reiz ausgelöst. Ziel ist, dass der Hund auf Dauer Meideverhalten zeigt, sobald er diesen Duft wahrnimmt. Genaue Informationen besorgst du dir bitte in einer Hundeschule, die spezielle Anti-Giftköderkurse anbietet.

Sollte dein Hund draussen wie ein Staubsauger unterwegs sein und alles vom Boden fressen, sichere ihn vorsichtshalber durch einen Maulkorb mit Giftköderschutz.

Tipp!

Ein gut trainiertes Aufmerksamkeitssignal, wie z.B. ein Schnalzen, dem eine Belohnung folgt, erspart dir in vielen Fällen den Einsatz von einem Abbruchsignal. Mal angenommen dein Hund sieht einen anderen Hund oder er interessiert sich für etwas, das am Wegesrand liegt. Durch dein zuvor konditioniertes Aufmerksamkeitssignal wendet dein Hund sich DIR in Erwartung auf eine Belohnung zu, sei es nun Futter, ein Spielzeug oder auch soziale Interaktion mit dir.

Sobald dein Hund sich DIR zuwendet, wendet er sich automatisch vom Reiz ab. Du konzentrierst dich also nicht darauf etwas zu verbieten, wie es beim Abbruchsignal der Fall ist, sondern darauf, dass dein Hund dir auch ohne Verbot gerne seine Aufmerksamkeit schenkt und seinen Fokus auf dich legt.

Wir wünschen dir nun viel Spaß und Erfolg beim Training.

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