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Halsband oder Geschirr / Der große Ratgeber

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Halsband oder Geschirr / Der große Ratgeber

Heute behandeln wir das Thema „Halsband oder Geschirr“. Du bekommst hier viele hilfreiche Tipps zu Materialien, Vermessung und Einsatzmöglichkeiten. Wir werden dir nicht sagen, „nimm besser ein Halsband“ oder „Geschirre sind doof, weil….“ Wichtig ist vor allem zu wissen, worauf du beim Kauf eines Halsbandes oder Geschirres achten solltest und wann der Einsatz dieses Hilfsmittels sinnvoll oder weniger sinnvoll ist.

Das Halsband

Für den Hund ein neues Halsband kaufen ist für manche wie die Lust am Schuheshoppen. Es gibt unzählig viele Halsbänder, die sich in der Funktion, Herstellung und im Design unterscheiden. Neben dem verschönernden Aspekt solltest Du aber einige Dinge berücksichtigen, damit dein Hund und Du Freude am neuen Halsband haben.

Der Verschluss

Ein Halsband mit Klick-Verschluss ist einfach anzulegen. Es wird durch einen einfachen Klick-Mechanismus am Hundehals verschlossen. Der Ring sollte sich in der Nähe des Verschlusses befinden, damit der Verschluss bei Zug nicht auf den Kehlkopf oder die Luftröhre drückt. Achte hier auch auf das Material. Ein Klickverschluss aus Kunststoff wird bei einem stark ziehenden Hund nicht sehr lange halten, daher ist ein Verschluss aus Metall empfehlenswerter. Das Gleiche solltest du auch bei Halsbändern mit Dornschließe, die wie ein Gürtel verschlossen werden, berücksichtigen.

Zugstop-Halsbänder werden über den Kopf des Hundes gestriffen und schließen sich nur, wenn der Hund an der Leine zieht. Sonst hängen diese locker um den Hals. Der Zugstop sollte auch so eingestellt bzw. vermessen werden, dass beim Ziehen das Halsband nicht zu eng wird. Bedenke auch, dass sich bei langhaarigen Rassen möglicherweise Haare in der Zugvorrichtung einklemmen können, was dem Hund sehr weh tun kann.

Halsbandbreite

Das Halsband sollte über eine gewisse Breite verfügen, um eine gleichmäßige Druckverteilung unter Zug zu erreichen. Zu dünne Halsbänder können bei starkem Ziehen zur Schädigung des Kehlkopfes oder Luftröhre führen. Als Mindestmaß für die Halsbandbreite sollte sein: nicht schmaler als der Nasenschwamm des Hundes. Das ist der vordere, haarlose, meist schwarze Teil der Hundenase.

Wie messe ich richtig?

Der Hund sollte bei der Vermessung stehen, da der Hundehals im Liegen oder Sitzen häufig Falten schlägt und dieses zu einer ungenauen Messung führt. Das Halsband sollte nicht zu eng sitzen, ein bis zwei Finger sollten zwischen Hals und Halsband Platz finden. Auch darf das Halsband nicht zu locker sitzen, da der Hund sonst z.B. bei Panik aus diesem herausschlüpfen kann.

Bei einem Zugstop-Halsband wird der weiteste Punkt am Hundekopf vermessen, um ein leichtes über- und abstreifen zu gewähren. Dieser Messpunkt befindet sich in etwa auf Höhe der Ohren und unter dem Kinn.

Das Material

Die Auswahl der Materialien ist vielfältig. Halsbänder gibt es aus z.B. aus Nylon, Biothane, Leder oder Paracord. Biothane ist ein künstliches Lederimitat welches in vielen Farben erhältlich ist. Diese Halsbänder sind wasser- und schmutzabweisend und antibakteriell. Für Hunde die gern viel im Wasser toben, ist es sehr zu empfehlen.

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Nylon

Nylon ist ein relativ preiswertes Material und auch in vielen Farben erhältlich. Zudem trocknet es schnell, lässt sich gut reinigen und eignet sich besonders für Hunde, die gern und viel draussen toben.

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Leder

Lederhalsbänder bestehen zumeist aus Rindsleder und sind in der Anschaffung etwas teurer. Allerdings sind sie sehr beliebt bei Hundebesitzern, da die Design-Vielfältigkeit immens ist. Ob mit Steinen oder Pins besetzt, sind sie ein echter Hingucker. Aber sie müssen gut gepflegt und gefettet werden, um diese lange zu erhalten. Bei der Abmessung des Halsumfanges solltest du bedenken, dass Leder in der Tragedauer etwas nachgibt und du es dann noch verstellen kannst.

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Paracord

Paracord ist ein dünnes und leichtes Kernmantel-Seil aus Nylon. Dieses wird für Halsbänder geflochten, geknotet oder geknüpft und ist in diversen Ausführungen und Farben erhältlich. Es zeichnet sich durch seine extreme Robustheit und Strapazierfähigkeit aus.

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Unabhängig von der Auswahl des Materials, sollte das Halsband immer gut gepolstert sein. Ohne diese Polsterung kann das Halsband einschneiden und am Hals des Hundes zu Verletzungen führen. Schau auch genauer hin, ob das Halsband gut verarbeitet ist. Schlecht verarbeitete Nähte strapazieren nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch deine Nerven, wenn du plötzlich merkst, dass du nur mit einem Halsband Gassi gehst und dein Hund sich anderwo vergnügt.

Das Geschirr

Geschirre haben gegenüber Halsbändern den Vorteil, dass sie die Halswirbelsäule des Hundes entlasten. Besonders junge Hunde sind draußen noch etwas ungestüm und lassen sich schnell von allen möglichen Dingen ablenken. Hüpfen sie zum Beispiel beim Anblick eines Hundekumpels plötzlich voll Karacho ins Geschirr, so ist die Verletzungsgefahr sehr gering, wohingegen ein Sprung ins Halsband sehr unangenehm für den empfindlichen Hundehals werden kann.

Schleppleine

Nutzt du für erzieherische Zwecke eine Schleppleine, so ist ein Geschirr ein absolutes Muss, um Verletzungen an der Halswirbelsäule vorzubeugen. Es kann immer mal passieren, dass dein Hund beim Anblick eines Hasen oder einer Katze mit voller Wucht in die Schleppleine rennt. Ist die Schleppleine am Halsband befestigt, kann dies zu ernsthaften Verletzungen führen. Also merke: eine Schleppleine gehört immer an ein Geschirr.

So misst Du richtig.

Hol dir zunächst ein Maßband und Zettel und Stift und miss deinen Hund vor dem Kauf des Geschirres erstmal genau aus. Je nach Geschirr und Hersteller benötigst du unterschiedliche Angaben, also miss lieber gleich alle wichtigen Stellen aus und notiere dir die Maße für den Besuch im Tierfachhandel. Bei der Vermessung des Hundes sollte dieser stehen.

Halsumfang

Zuerst misst du den Halsumfang deines Hundes, dort wo normalerweise das Halsband sitzt. Du solltest einen Finger zwischen Maßband und Hundehals Platz lassen.

Bauchumfang

Als nächstes misst du den Bauchumfang. Dieser wird hinter den Vorderbeinen gemessen. Bei kleinen Hunden setzt du das Maßband etwa 2-3 Finger dahinter an und bei sehr großen Hunden etwa eine Handbreit dahinter. Danach misst du den Taillenumfang. Diesen benötigst du, wenn du ein Sicherheitsgeschirr kaufen möchtest. Diese sind durch den zusätzlichen Taillengurt ausbruchsicher und besonders gut für sehr ängstliche oder schreckhafte Hunde geeignet, die aus einem normalen Geschirr im Ernstfall vielleicht herausschlüpfen würden.

Rückenlänge

Nun benötigen wir noch die Rückenlänge. Diese beginnt am Halsband und führt zwischen den Schulterblättern bis hin zum Bauchumfang. Der Bruststeg wird vom Halsband aus durch die Vorderbeine hindurch bis zur breitesten Stelle des Brustkorbes vermessen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, nimm deinen Hund für die Auswahl einfach mit in den Tierfachhandel. So kannst du vor Ort mit Hilfe eines Fachverkäufers genau prüfen, ob das Geschirr auch perfekt sitzt. Wie man genau misst, kannst Du in unserem Video ansehen. Klick einfach hier: (Link steht nach Veröffentlichung des Videos zur Verfügung)

Fazit

Für jedes Geschirr gilt: Es sollte gut verstellbar sein, weich und gut gepolstert, nicht drücken, scheuern oder in den Achseln einschneiden. Besonders wichtig ist auch, dass der Hund nicht in seiner Vorwärtsbewegung eingeschränkt wird und sein Schulterblatt sich trotz Geschirr natürlich bewegen kann. Man sollte auch wissen, dass der Brustkorb des Hundes viel beweglicher ist als der von uns Menschen. Er gibt federnd nach und daher kann zu starker Druck auf das Brustbein des Hundes zu Verletzungen an seinem Bewegungsapparat führen.

Die verschiedenen Geschirre

Norweger- oder Sattelgeschirr

Ein Norweger und Sattelgeschirr kennzeichnet sich durch einen waagerecht verlaufenden Brustgurt aus. Meistens befindet sich auf dem Rücken eine Halteschlaufe. Der Brustgurt schränkt allerdings die Schultergelenke des Hundes in ihrer Bewegungsfreiheit stark ein und bei warmen Temperaturen kann es unter dem Geschirr zum Hitzestau kommen. Eine präzise Anpassung auf den Hundekörper ist nicht möglich, da sie so gut wie keine Verstellmöglichkeiten bieten. Ebenso verrutscht der Brustgurt bei Zug gerne auch mal nach oben in Richtung Hals und kann auf die Luftröhre des Hundes drücken. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie daher also eher mit Skepsis zu betrachten.

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X oder Y Geschirr

X oder Y-Geschirre sind dagegen völlig anders konstruiert und bestehen aus einem längs verlaufenden Brustgurt. Dieser sollte ebenfalls längenverstellbar und weich unterpolstert sein. Auch diese Geschirre können bei Zug von hinten verrutschen, allerdings haben sie den Vorteil, dass bei guter Passform die Beweglichkeit der Schultergelenke und der Schulterblätter gegeben ist. Dies ist ein echter Vorteil gegenüber den anderen Geschirren.

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Achte also bei der Auswahl des Geschirres darauf, dass es sich durch verschiedene Verstellmöglichkeiten gut auf den Hundekörper anpassen lässt und idealerweise breite und gut gepolsterte Riemen, Stege und Gurte aufweist. Dein Hund wird es dir danken!

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