Hundetraining

Hund Decke beibringen – So bleibt dein Hund auf seiner Decke!

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Hund Decke beibringen - So bleibt dein Hund enstpannt auf seiner Decke!

Ist dein Hund zu Hause eher rastlos und unruhig und sucht seine Decke eher selten zum Entspannen auf? Er liegt überall in der Wohnung, aber nur selten auf seinem Platz? Ständig verfolgt er dich in der Wohnung oder möchte er jeden Besucher kontrollieren?

Häufig wird dem Hund Decke mit Hilfe von Belohnungen (Futter oder Leckerli) beigebracht. Doch sobald dein Hund die Belohnung erhalten hat, steht er immer wieder selbst von seiner Decke oder Körbchen auf.

Lies jetzt aufmerksam weiter, damit auch dein Hund bald – auch ohne den Einsatz von Futter oder einem Kommando – ganz entspannt auf seiner Decke liegt bleibt und schläft.

 

Hund Decke beibringen - Häufige Fehler

Meistens wird der Hund auf seine Decke geschickt, wenn er seinen Besitzer in irgendeiner Form nervt. Nach dem 5. bis 10. „Geh auf die Decke!“ geht der Hund dann schließlich auch auf seine Decke. Es dauert jedoch nicht lange, bis der Hund wieder aufsteht, da er genau weiß, dass sein Besitzer nicht der konsequenteste ist. Daher gleich der erste Tipp! Nutze für Situationen, in denen dein Hund selbstständig wieder von der Decke aufstehen darf ein alternatives Kommando, wie z.B. „Leg dich hin!“

Es gibt aber auch Hunde, die beim Kommando Decke sofort ganz brav und ohne Umwege auf ihre Decke gehen. Statt aber auf der Decke zu entspannen, liegen sie angespannt und mit langem Hals auf ihrer Decke und warten auf eine Belohnung. Entspannung? Fehlanzeige.

 

So wird die Decke ein Ort der Entspannung

Ich benutze das Kommando „Decke“ nur dann, wenn Amy wirklich so lange auf ihrer Decke bleiben muss, bis ich ihr etwas anderes signalisiere. Das kommt tatsächlich eher selten vor, in diesen Situationen ist es aber sehr hilfreich:

  •  Besuch zu uns kommt, der keinen Hundekontakt möchte
  •  ein fremder Hund zu Besuch ist und ich keinen Kontakt zwischen den Hunden möchte
  •  ich selbst mit Amy irgendwo anders zu Besuch oder auch im Restaurant bin

Amy weiß beim Kommando Decke ganz genau, dass ich sie korrigieren würde, wenn sie die Decke selbstständig verlässt. Darum liegt sie meist schon nach wenigen Minuten auf der Seite und döst - egal wo wir gerade sind.

 

Zu Hause bedeutet Ruhe und Entspannung

Sind wir alleine zu Hause, dann darf Amy im Grunde liegen, wo sie möchte. Lustigerweise sucht sie zu 95% immer völlig freiwillig ihren Liegeplatz auf. Warum sie das macht? Sie hat im Zusammenleben mit mir gelernt, dass im Haus Ruhe und Entspannung angesagt ist. Ruhe und Entspannung waren auch für Amy – besonders für den Border Collie in ihr – früher absolute Fremdwörter.

Ständige Aufmerksamkeit und eine ganztägliche Bespaßung waren eher nach ihrem Geschmack. Forderndes Verhalten von Amy wurde von mir anfänglich also stets mit Wegschicken beantwortet. Die Haupt-Aufmerksamkeit meinerseits gab es lediglich auf unseren täglichen Spaziergängen. Schau dir dazu gerne noch den Beitrag „3 Tipps für die Beschäftigung auf dem Spaziergang!“ an.

 

Grund für Training ohne Futter

Willst du dem Hund das Kommando Decke beibringen, bin ich persönlich kein Freund von Futterbelohnungen. Diese führen nämlich häufig dazu, dass der Hund auf seiner Decke angespannt auf eine Belohnung wartet. Kaum wurde die Belohnung gegeben, verlässt der Hund die Decke wieder oder er bleibt zwar, wartet aber auf die nächste Belohnung.

Die Decke sollte meiner Meinung nach immer ein Ort der Entspannung sein und kein Ort, an dem der Hund angespannt auf eine Belohnung wartet. Von Sinn und Unsinn von Belohnungen ist bereits ein Beitrag online, den du auch auf keinen Fall verpassen solltest.

Ein Kompromiss für Futterliebhaber

Du denkst gerade: „Neeeeeeein! Ich halte es nicht aus, meinen Hund auf der Decke nicht zu belohnen!“ Dann habe ich hier noch einen Kompromiss für dich: Mal angenommen dein Hund liegt entspannt und aus freien Stücken auf seiner Decke. Geh ruhigen Schrittes zu ihm, leg wortlos ein Stück Futter auf die Decke und entferne dich wieder. So belohnst du kein ausgeführtes Kommando, sondern lediglich die entspannte Grundstimmung deines Hundes.

 

4 Gründe, warum dein Hund nicht auf der Decke bleibt

Grund 1: Ständige Aufmerksamkeit

Dein Hund ist es gewöhnt, Aufmerksamkeit von dir einzufordern? Dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass er nur selten bis gar nicht entspannt auf seiner Decke liegt. Ab sofort stellst du dir einen imaginären Kreis um dich herum vor, der zu einer Grenze für deinen Hund wird. Dein Hund darf diesen Kreis - deine Grenze - nicht mehr aus freien Stücken betreten.

Nutze deine Körpersprache

Macht er es dennoch, so schickst du ihn körpersprachlich ggf. unterstützt von einem gesprochenen „Abmarsch!“ weg. „Abmarsch!“ heißt so viel wie: „Mach was du möchtest, aber von mir hast du gerade nichts zu erwarten.“ Ignoriere deinen Hund sobald er Abstand an deiner gesetzten Grenze hält. Da er lediglich deinem Wunsch nach Abstand nachkommt und kein Kommando ausführen muss, wird er sich zeitnah aus freien Stücken zurückziehen und entspannen.

Konnte dein Hund in der Vergangenheit deine Aufmerksamkeit schon sehr häufig einfordern, so wird das Wegschicken eine mehr oder weniger lange Geduldsprobe für dich. Halte durch, da jeder Hund diese Message versteht, sofern du konsequent bleibst! Wie du deinen Hund körpersprachlich richtig wegschickst, haben wir dir bereits in unserem Beitrag „Führung übernehmen – Grenzen setzen!“ erklärt.

 

Grund 2: Dein Hund verfolgt dich auf Schritt und Tritt

Du musst nun sehr stark sein. Das hat eigentlich nie etwas mit „Er liebt mich halt so doll“ zu tun, sondern eher etwas mit „So kann ich meinen Menschen besser kontrollieren!“. Lässt du es zu, dass dein Hund dich verfolgt, so kommunizierst du unbewusst, dass es zu seinen Aufgaben gehört dein Schatten zu sein. Ohne deinen Hund kommst du seiner Meinung nach gar nicht klar.

Manch ein Hundehalter kann irgendwann nicht mal mehr alleine auf die Toilette gehen und andere Hundehalter erschaffen sich damit ein Problem beim Alleinbleiben ihres Hundes. Da der Hund denkt, dass der Mensch ohne ihn nicht klarkommt, kann das beim Alleinbleiben zu starkem Stress auf Seiten des Hundes führen.

 

Grund 3: Dein Hund liegt immer in deiner direkten Nähe

Jetzt mal Hand aufs Herz. Liegt dein Hund nur so lange an einer Stelle, wie auch du dort sitzt oder liegst? Sobald du dich bewegst, bewegt sich meist auch dein Hund? Auch das hat genau wie bei Grund 2 leider nichts mit Liebe zu tun. Mach deinem Hund seine Kontrollposition also einfach ohne Worte und ohne Kommandos unbequem.

Du musst „rein zufällig“ deine Füße immer genau dahin ausstrecken oder da entlanglaufen, wo dein Hund gerade liegt. Er soll dir weichen und selber merken, dass der einzig wahre Ort der Entspannung seine Decke ist. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Decke für alle Familienmitglieder oder auch für Besuch tabu ist, damit dein Hund dort auch wirklich zur Ruhe kommt.

 

Grund 4: Fehlende Konsequenz

Du bist inkonsequent und korrigierst deinen Hund nicht, wenn er nach deinem verbindlichen Kommando „Decke“ selbstständig die Decke verlässt? Das sollte sich ab sofort ändern. Befestige eine dünne Leine an deinem Hund, die während deiner Anwesenheit hinter deinem Hund her schleift.

Hausleine

Sofern dein Hund aufsteht nimmst du ganz entspannt das Leinenende und führst deinen Hund wieder zurück auf seine Decke. Dank der Leine musst du deinem Hund dabei nicht ins Halsband greifen, da viele Hunde dies als sehr unangenehm empfinden. Ein weiterer Vorteil der Leine ist, dass dein Hund kein lustiges „Fang-mich-doch-Spiel“ einleiten kann.

Sprich freundlich das Kommando „Decke“ aus und zeig dabei anfänglich unterstützend mit dem Arm in Richtung Decke. Sofern dein Hund das Kommando „Decke“ noch nicht kennt, wird er dich nur fragend anschauen. Nimm nun wortlos das Leinenende in die Hand und bring deinen Hund auf die Decke. Bring ihn ins Platz, lass die Leine fallen und entferne dich von deinem Hund. Steht dein Hund auf, so ertönt dein Korrektursignal „Ey!“.

Korrektursignal

Das Korrektursignal signalisiert deinem Hund auf Dauer, dass du mit seinem gerade gezeigten Verhalten nicht einverstanden bist und eine Korrektur folgt. Anschließend führst du deinen Hund zurück auf die Decke und entfernst dich erneut von ihm. Vergiss nicht, dein Kommando "Decke" aufzulösen, sobald dein Hund die Decke wieder verlassen darf.

 

Konsequenz zahlt sich aus

Hunde sprechen sehr gut auf konsequentes Handeln ihres Besitzers an. Halte darum unbedingt durch, auch wenn die ersten Tage - je nach Hund - sehr anstrengend für dich werden können. Arbeitest du parallel an Grund 1, 2 und 3 so wirst du das Kommando „Decke“ allerdings sowieso nicht so häufig benötigen. Dein Hund wird sich nämlich auch ganz ohne Kommando die meiste Zeit freiwillig auf seiner Decke aufhalten.

 

Jetzt dürfen die Regeln gelockert werden

Dein Hund entspannt zu Hause zwischen den Spaziergängen und döst, obwohl du dich durch die Wohnung bewegst? Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem das Regelwerk wieder etwas gelockert werden kann. Ab sofort spricht nichts dagegen, dass dein Hund ab und zu mal zu dir kommt und sich Streicheleinheiten abholt oder in deiner Nähe liegt. Führt das „mehr“ an Aufmerksamkeit aber wieder dazu, dass dein Hund unruhiger und fordernder dir gegenüber wird, so steuere unbedingt direkt wieder  mit Grund 1, 2 und 3 gegen.

 

Tipp für besonders aufgeregte Hunde!

Dein Hund rennt oft rastlos und unruhig durch die Wohnung? Unterbreche diesen ungesunden Gedankenkreisel deines Hundes, damit er zur Ruhe kommt. Auch hier bietet sich der Einsatz einer Hausleine an. Nimm kommentarlos das Leinenende in die Hand und bring deinen rastlosen Hund zu seinem Liegeplatz.

Deine Message lautet: „Entspann dich.“ Irgendwann entspannt jeder Hund. Manche Hunde musst du 5 Minuten lang ständig zurück zur Decke bringen. Andere, extrem unruhige Hunde, fügen sich vielleicht erst 45 oder 60 Minuten später. Bleibst du anfänglich dran, so werden die darauffolgenden Tage schon deutlich leichter von der Hand gehen. Es ist auch hier eine Frage von Geduld, Ruhe und Konsequenz.

Fazit

Es liegt in deiner Hand, ob dein Hund ein entspannter oder ein rastloser Mitbewohner wird. Er wird es dir danken, wenn er dank deiner Konsequenz bald ganz entspannt in seinem Körbchen dösen kann.

 

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