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Hund markiert überall I Tipps wenn Hunde in der Wohnung markieren

Als Hundebesitzer ist es sehr belastend, wenn immer mal wieder kleine Urinpfützen in den eigenen vier Wänden landen. Ebenso unschön ist es, wenn der Hund markiert, während man gerade zu Besuch bei Freunden ist. Wirkt der Hund während des Spaziergangs auch noch gestresst und muss überall seine Duftmarke hinterlassen, kann das zur Belastung für Hund und Halter werden.

 

Gründe, warum ein Hund markiert

1. Kommunikationsmittel

Ein Hund markiert sein Territorium, weil seine Genetik ihn dazu veranlasst. Das Markieren beginnt meistens mit dem Erreichen der Geschlechtsreife und dient als Kommunikationsmittel. Die im Urin enthaltenen Duftstoffe liefern anderen Artgenossen wichtige Informationen über:

  • das Alter
  • den sozialen Status
  • den Gesundheitszustand
  • den Hormonhaushalt
  • eventuelle Paarungsbereitschaft…

Mancher Hund markiert und scharrt danach mit den Pfoten auf dem Boden. Die einzelnen Duftpartikel des Urins und der Drüsen in den Pfoten werden dadurch noch besser verteilt. Hunde, die in einem harmonischen Verbund zusammenleben oder regelmäßig freundschaftlichen Kontakt pflegen markieren manchmal als Zeichen der Zusammengehörigkeit über die Duftmarke des Anderen.

Sowohl kastrierte als auch unkastrierte Rüden markieren. Häufig sieht man auch Hündinnen, die zum Markieren ein Bein heben, ähnlich wie beim Rüden. Die Häufigkeit des Markierens hängt vom Alter und vom Charaktertyp ab.

Die einzelnen Entwicklungsstufen in der Hundeerziehung

2. Hund markiert häufiger bei hormoneller Schieflage

Ines’ Hund markiert ebenso während des Spaziergangs, wirkt dabei jedoch sehr bedacht und ausgeglichen. Ihm geht Qualität vor Quantität. Übertrieben häufiges Markieren kann für den Hund jedoch zu einem echten Stressfaktor werden. Der Hund markiert nämlich fleißig, muss beim nächsten Spaziergang aber feststellen, dass seine Duftmarken von diversen Artgenossen übermarkiert wurden. Die Duftmarken müssen also schnellstens erneut werden und damit beginnt ein Teufelskreis. In der Regel ist übertrieben häufiges Markieren ein Zeichen von Unsicherheit oder einem hormonellen Ungleichgewicht. Hast du den Eindruck, dass dein Hund übermäßig viel markiert bzw. sehr gestresst wirkt, lass ihn mal tierärztlich durchchecken.

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 Tipp

Dein Hund markiert in fremder Wohnung ? Markiert dein Hund nur zu Besuch bei Familie oder Freunden, dann sollte er nicht frei herumlaufen. Lass deinen Hund angeleint in deiner Nähe und weise ihm einen festen Platz auf einer mitgebrachten Decke zu. Du signalisierst deinem Hund damit, dass er keine anderen Aufgaben hat, außer sich zu entspannen.

 

3. Hund markiert sein Territorium

Markieren ist nicht nur „Männersache“, denn auch meine Hündin Amy markiert gerne. Amy ist territorial veranlagt und zudem noch ein ehemaliger Leinenrambo. Da in unserer Siedlung diverse andere Hunde leben, waren die Spaziergänge anfänglich nicht ganz unproblematisch. Damit Amy erst gar keine Verantwortung für ihr Territorium übernimmt, habe ich jegliches Markieren konsequent unterbunden. Amy lernte stattdessen sich an kurzer lockerer Leine auf mich zu konzentrieren. Außerhalb der Siedlung darf Amy sich täglich, an dafür geeigneten Orten, frei bewegen. Hat sie dort das Bedürfnis eine Stelle zu markieren, dann gestehe ich ihr das gerne zu.

In der Innenstadt führe ich Amy ebenfalls an kurzer, lockerer Leine. So verhindere ich, dass Amy bereits von anderen Artgenossen markierte Häuserecken, Zäune oder Vorgärten übermarkiert.

Dürfen Hunde Häuser, Zäune, Mülltonnen etc. markieren?

 

Hund markiert in der Wohnung

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Hunde, die bisher stubenrein waren, plötzlich wieder in die Wohnung urinieren. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Schauen wir uns mal die vier häufigsten Gründe an.

1. Submissives Urinieren

Bei einem Hausbesuch traf ich auf einen Hund der, wenn sein Besitzer ihn in flagranti beim Unsinn machen erwischte, wenig später in die Wohnung urinierte. Der Besitzer war sich sicher, dass der Hund markiert, um ihm absichtlich eins auszuwischen. Derartige Dominanz-Theorien werden leider noch immer als schnelle Erklärung hervorgekramt, wenn ein Hund markiert. Viel Wahrheit enthalten diese Theorien allerdings nicht.

Weitere Informationen zum Thema „Dominanter Hund“

Bedrohliches Auftreten

Die Reaktion des Besitzers auf das unerwünschte Verhalten seines Hundes war aus Hundesicht sehr bedrohlich. Er schimpfte mit seinem Hund und bewegte sich dabei mit nach vorn gebeugtem Oberkörper auf den Hund zu. Verunsichert durch das bedrohliche Auftreten seines Besitzers versuchte der Hund die Wogen wieder etwas zu glätten. Als Zeichen seiner Unterwürfigkeit setzte er einige Meter entfernt Urin ab und zeigte sogenanntes submissives Urinieren. Der Körper des Hundes ist dabei leicht bis stark abgesenkt, die Ohren häufig angelegt, die Augen weit geöffnet und die Rute mehr oder weniger stark eingezogen. Manche Hunde rollen sich auch auf die Seite oder komplett auf den Rücken. Unwissende Hundebesitzer interpretieren diese körpersprachlichen Signale als ein schlechtes Gewissen des Hundes. Das impliziert fälschlicherweise, dass der Hund mit voller Absicht Unsinn angestellt hat. Der Besitzer musste nun lernen, unerwünschtes Verhalten seines Hundes innerlich ruhig und für den Hund nachvollziehbar zu korrigieren.

So korrigierst du deinen Hund richtig

2. Hund markiert bei starker Aufregung

Ist ein Hund bei der Rückkehr seines Besitzers völlig aus dem Häuschen, dann hat er in diesem Moment ein sehr hohes Erregungslevel. Der Besitzer interpretiert das hohe Erregungslevel des Hundes als pure Freude. Er streichelt seinen Hund und fragt: „Na? Freust du dich, dass ich wieder da bin? Ja feeeeein!“ Die Aufregung des Hundes verstärkt sich noch weiter und bringt das Fass, bzw. bei manchen Hunden auch die Blase, zum Überlaufen.

Sei dir darüber bewusst, dass starke Aufregung keine Freude mehr ist, sondern Stress. Stress, der nicht nur der Nährboden für unerwünschtes Verhalten, sondern auch für Urinpfützen auf dem Boden sein kann.

Aufregung minimieren

Zukünftig solltest du die Aufregung deines Hundes bei deiner Rückkehr minimieren. Dennoch halte ich es für wichtig, den Hund bei der Rückkehr kurz anzusprechen. Als dein Sozialpartner könnte es deinen Hund nämlich verunsichern, wenn er wie Luft behandelt wird. Begrüße deinen Hund beim Betreten der Wohnung mit einem entspannten „Bin wieder da!“ Übersetzt heißt das: „Hallo Hund, ich freue mich auch, dich zu sehen!“ Im Anschluss an die knappe Begrüßung ignorierst du deinen Hund für einige Minuten. Alternativ verlässt du den Raum und schließt die Tür hinter dir. Deine Ignoranz sendet dem Hund die zweite Nachricht: „Solltest du aufgeregt sein, möchte ich erstmal keinen Kontakt haben!“ Sobald sich dein Hund nach einigen Minuten merklich entspannt hat, nimmst du Kontakt zu ihm auf. Hocke dich hin, streichle ihn an der Brust und strahle dabei Ruhe aus. So wird er entspannt bleiben und nicht direkt wieder hochfahren.

Aufregung bleibt bestehen?

Manche Hunde sind trotz kurzer Begrüßung und nachfolgender Ignoranz nicht in der Lage ihre Aufregung selbständig zu regulieren. Hilf deinem Hund, indem du ihn anleinst und das aufgeregte Umhergewusel stoppst. Bring ihn anschließend wortlos und innerlich gelassen zu seinem Liegeplatz. Sobald sich dein Hund dort entspannt hat, begrüßt du ihn.

Fällt deinem Hund Entspannung auf dem Liegeplatz schwer oder er steht ständig wieder auf? In diesem Fall lässt du deinen Hund während der ersten Trainingstage angeleint in deiner Nähe zur Ruhe kommen. Sucht er anfänglich aufgeregt drängelnd Körperkontakt, dann fordere Abstand von ihm. Schieb ihn sanft mit der flachen Hand im Brustbereich von dir weg und ignoriere ihn anschließend. Vermeide hektische oder grobe Berührungen, da diese die Aufregung deines Hundes verstärken.

3. Fehlende Stubenreinheit

Ein Welpe oder auch ein frisch eingezogener Hund aus dem Tierschutz ist unter Umständen noch nicht stubenrein. Er muss also erst noch lernen, dass die Wohnung keine Hundetoilette ist. Ein älterer Hund markiert oder uriniert unter Umständen in die Wohnung, weil er sich dieses Verhalten schon über einen langen Zeitraum angewöhnt hat oder er eine Wohnung noch gar nicht kennt (Straßenhunde aus dem Tierschutz).

So wird dein Welpe oder Tierheimhund schnell stubenrein.

4. Hund markiert aus gesundheitlichen Gründen

Setzt der Hund häufiger im Haus Urin ab, obwohl er oft genug draußen ist, können auch medizinische Ursachen dahinterstecken. Der Hund markiert die Wohnung vielleicht aufgrund einer Blasenentzündung. Eine angeborene oder auch erworbene Inkontinenz (z.B. durch Kastration) könnte ebenfalls ein Grund dafür sein, dass der Hund markiert. Ein älterer Hund uriniert unter Umständen plötzlich, weil er an Demenz erkrankt ist. Er vergisst einfach, dass die Wohnung keine Hundetoilette ist. Solltest du dir unsicher sein, lass deinen Hund vom Tierarzt deines Vertrauens untersuchen, um medizinische Gründe ausschließen zu können.

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