bindung zum hund stärken

Bindung zum Hund stärken – Quickcheck

Vertrauen zum Hund aufbauen, damit sich eine innige Bindung entwickelt, benötigt mehr als nur Hundeliebe. Welche Dinge das sind, verrate ich dir im heutigen Artikel.

Bindung Hund testen: Pöbeln

Eine gute Nachricht vorweg. Pöbelt dein Hund draußen andere Passanten oder Artgenossen an, dann ist für viele selbsternannte Hundeversteher sofort klar: „Du musst die Bindung zum Hund stärken, sonst wird das nichts!“. Derartige Aussagen wirken schnell verunsichernd, beinhalten meist aber kaum Wahrheitsgehalt. Das eigentliche Problem ist nicht die Bindung, sondern fehlendes Vertrauen, dass du gewisse Dinge regelst. Aus diesem Grund sieht dein Hund sich selbst in der Position „sich kümmern zu müssen“. Dieser Eindruck wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass der Mensch häufig überfordert oder gereizt reagiert.

Leinenaggression hat natürlich noch andere Ursachen. Die beiden Grundvoraussetzungen, um erfolgreich daran zu arbeiten, sind:

  • Vertrauen zum Hund aufbauen, sodass er dich als Vorbild sieht
  • eine gute Leinenführigkeit

Ist die Leinenführigkeit noch ausbaufähig, dann ändere das. Unser Onlinekurs „Bleib mal locker, Leine!“ zeigt dir wie.

Bindung zum Hund stärken: Die Beziehung

Beziehung ist nicht gleich Bindung. Eine Beziehung kann zu jedem bestehen (z.B. ArbeitskollegInnen = Arbeitsbeziehung), eine Bindung bezieht sich allerdings auf eine tiefe Verbundenheit. Die Bindung zum Hund stärken ist ein Vollzeit-Job. Beziehungsarbeit fängt morgens mit dem Aufstehen an und endet abends, wenn du ins Bett gehst. Am nächsten Tag beginnt alles von vorne, da jede Interaktion mit dir die Beziehung, Bindung und Vorbildfunktion entweder stärkt oder schwächt. Ein Hundeleben lang.

In dem Zusammenhang werfen wir jetzt einen Blick auf einige gut gemeinte, aber schlecht umgesetzte Interaktionen zwischen Mensch und Hund.

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Bindung zum Hund: Das Miteinander

Liebe geht durch den Magen, weshalb du deinen Hund gern mit besonders leckeren Futterstücken verwöhnst. Lässt du dir mit der Futtergabe allerdings zu lange Zeit, beginnt dein Hund zu quengeln. Dich amüsiert’s, weil dein Hund dir damit zeigt, wie sehr er sich freut. Klaut dein Hund mal eine Socke oder einen Schuh, dann endet das oft in einem „Fang mich doch Spiel“. Anfänglich fandest du das niedlich, aber mittlerweile nervt es dich nur noch und du reagierst gereizter.

Merkst du was?

Erfüllst du deinem Hund Wünsche, bist du bestens gelaunt. Willst du deinen Hund von etwas abhalten oder mehr Aufmerksamkeit von ihm als er dir gibt, reagierst du gereizt. Frag dich in dem Zusammenhang, ob du eine vertrauensvolle Bindung zu einer Person aufbauen würdest, die gefühlt alle 5 Minuten von „super gelaunt“ zu „gereizter Miesepeter“ wechselt. Vertrauen zum Hund aufbauen wird dadurch erschwert, dass dein Hund dich und dein Handeln nur schwer einschätzen kann.  

Selbstsicherheit

Fühlt sich dein Hund in der Position, sich um alles kümmern zu müssen, überträgst du ihm einen stressigen Vollzeitjob. Agiere als Vorbild und nimm deinem Hund Entscheidungen ab. Vertrauen zum Hund aufbauen und die Bindung zum Hund stärken heißt, deinem Hund Verantwortung abzunehmen. Nur dann fühlt er sich an deiner Seite sicher und kann entspannen.

Ein Beispiel:
Du hast ein Futterstück in der Hand. Dein Hund wartet gar nicht erst ab, bis du ihm das Futterstück anbietest, sondern er will es dir direkt aus der Hand schnappen. Regiere ab sofort nicht mehr hektisch mit „Nein, Aus, Pfui“ und Wegziehen der Hand, sondern bleib besonnen. Lass deine Hand an Ort und Stelle und verschließe sie wortlos zu einer Faust. Anschließend blickst du deinem Hund fest in die Augen. Dein eindringlicher Blick signalisiert deinem Hund: „Du verhältst dich gerade sehr unhöflich, vielleicht findest du ja noch eine andere Lösung!“ Sobald dein Hund sich zurückhält, öffnet sich die Futterhand. Dein Hund darf das Futterstück nun fressen und lernt: Zurückhaltung = Erfolg.

Vertrauen zum Hund

Aus einem höflichen Umgang entsteht Vertrauen in dich und deine Entscheidungen. Langfristig hilft das deinem Hund nicht nur während einer Hundebegegnung, sondern auch, neue Situationen souveräner zu meistern. Gemeinsame Erfolgserlebnisse, wie zum Beispiel der gemeinschaftliche Gang über einen für deinen Hund fremden Untergrund stärkt das Teambuilding und kann damit auch die Bindung zum Hund stärken. Vertrauen ist ebenfalls wichtig für das Alleinbleiben, denn nur wenn dein Hund auf deine Rückkehr vertraut, verlebt er deine Abwesenheit entspannt.

Auch du musst lernen, deinem Hund zu vertrauen, zum Beispiel während des Spaziergangs. Misstrauen verhindert den Aufbau einer unsichtbaren Leine. Wie du es schaffst, dass sich dein Hund auch ohne Leine im Freilauf an dir orientiert, erfährst du in unserem Onlinekurs „Du rufst, da bin ich! Auch ohne Leine ein Team!“.

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Unser neuer Online-Kurs „Du rufst, da bin ich! – Auch ohne Leine ein Team“ erklärt dir nicht nur genau wie ein zuverlässiger Rückruf aufgebaut wird, sondern auch wie du den Rückruf (fast) nicht mehr benötigst, weil der Hund gern in deiner Nähe bleibt! Dieser Kurs bietet eine ganzheitliche Sicht, denn er vermittelt nicht nur WIE man mit dem Hund arbeitet sondern auch WARUM. Witzige Analogien zu unserer modernen Welt und nette Eselsbrücken helfen dir zudem besser zu verstehen, wie du am besten mit deinem Hund kommunizierst und trainierst.

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Mehr Bindung durch Streicheln?

Wer Hunde liebt, streichelt gerne und geht davon aus, dass der Hund die Streicheleinheiten genauso genießt. In Wahrheit sind jedoch viele Hunde regelrecht genervt von den Streicheleinheiten, die ihr Mensch ihnen tagtäglich aufdrängt. Das Ergebnis: eigentlich möchtest du die Bindung zum Hund stärken, verstärkst bei deinem Hund jedoch eher den Wunsch nach mehr Abstand.

Vertrauen zum Hund aufbauen heißt auch, seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Streichelst du deinen Hund das nächste Mal in seinem Körbchen, dann beachte seine Körpersprache. Genießt er deine Berührung wirklich, sprich, ist er Butter in deinen Händen? Wirkt er doch eher steif und versucht leicht auszuweichen?

Besonders draußen während des Spaziergangs empfinden viele Hunde Berührungen nicht als belohnend, sondern als unangenehm. Bedenke das beim nächsten erfolgreichen Rückruf und tätschle – wenn überhaupt – deinen eigenen Kopf, aber nicht den deines Hundes. Er wird es dir hoch anrechnen.

Bindung zum Hund aufbauen durch Belohnungen?

Futter oder Spielzeug sind ebenfalls kein Garant für den Aufbau einer vertrauensvollen Bindung.  Die Bindung zum Hund stärken ist deutlich komplexer, denn du bindest dich sicherlich auch nicht emotional an eine Person, nur weil sie dir regelmäßig Leckereien mitbringt. Kommt dein Hund nur gern zu dir, wenn du Futter oder ein Spielzeug in der Hand hast, ist das ein klares Zeichen dafür, dass eure Bindung ausbaufähig ist. Zum Aufbau einer innigen Bindung gehört mehr. In erster Linie ernsthaftes Interesse an dir als Person. Habt ihr bereits eine enge Bindung aufgebaut, sind kleine Geschenke das i-Tüpfelchen auf der eh schon tollen Beziehung.

Zusammenfassung

Vertrauen zum Hund aufbauen und die Bindung zum Hund stärken sind derart wichtige Bestandteile einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung, dass ich abschließend nochmal kurz die bedeutendsten Punkte zusammenfasse:

  1. Nur wenn dein Hund dich als Vorbild sieht, kannst du Fehlverhalten umlenken
  2. Beziehungsarbeit ist ein Vollzeitjob, ein Hundeleben lang
  3. Ein höflicher, respektvoller Umgang schafft Vertrauen
  4. Sei emotional ausgeglichen und wegweisend
  5. Vertraut dir dein Hund, bewältigt er stressige Situationen leichter
  6. Streichle deinen Hund nur, wenn er es genauso genießt wie du
  7. Futter oder Spielzeug sind lediglich das i-Tüpfelchen einer Beziehung
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