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Hund reagiert nicht auf Leckerlis oder Futter

Zu Hause schlägt dein Hund niemals ein Futterstück oder Leckerli aus. Draußen beim Spaziergang ignoriert er Futter aber plötzlich. Es scheint wie verhext. Dein Hund reagiert nicht auf Leckerlis, obwohl du ihn damit für richtiges Verhalten, bei Sicht eines Artgenossen oder anderer Reize, belohnen willst.

Stressfaktor Spaziergang

Du genießt den Spaziergang so lange, bis ein spannender Reiz auf der Bildfläche erscheint. In diesem Moment blendet dein Hund dich völlig aus. Du greifst in die Futtertasche und hoffst, damit die Aufmerksamkeit deines Hundes zurückzuerlangen. Gern würdest du deinen Hund belohnen. Er registriert das von dir angebotene Futter aber entweder gar nicht oder schluckt es nur beiläufig runter. Such- oder Apportierspielen laufen ähnlich ab. Dein Hund konzentriert sich eine Weile auf die Interaktion mit dir, widmet sich aber nach kurzer Zeit wieder anderen Dingen wie Schnüffeln oder Markieren. Woran kann das liegen?

Hund reagiert nicht auf Leckerlis – Die Gründe

 Desinteresse an Futter oder Leckerli kann verschiedene Gründe haben. Die häufigsten Gründe schauen wir uns mal näher an.

1. Enttäuschung über Misserfolge

Nehmen wir mal an, du arbeitest seit einer Weile mit deinem Hund daran, dass er entspannter bei Hundebegegnungen reagiert (oder bei Radfahrern, Joggern). Dazu nutzt du z.B. die Tipps aus unserem Beitrag „Clickertraining bei Leinenaggression“. Du wünschst dir sehr, dass er bei der nächsten Begegnung ruhig bleibt, damit du ihn endlich im richtigen Moment belohnen kannst. In dem Moment, in dem dein Hund diesen Reiz entdeckt, steigt dein Puls. Du bemühst dich zwar um die Aufmerksamkeit deines Hundes, aber dein Hund reagiert nicht auf deine Bemühungen. Er bleibt weiterhin fest auf den Reiz fixiert. Deine Enttäuschung ist groß und entgeht auch deinem Hund nicht. Dein Hund weiß zwar nicht, dass deine Enttäuschung und Frust mit ihm zu tun hat, allerdings reagiert er darauf. Er wirkt entweder verunsichert, hibbelig oder ignorant, tut aber alles, um sich vorerst besser nicht mit dir zu beschäftigen.

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2. Langweilige Futtergabe

Du hältst deinem Hund das Futterstück vor die Schnauze, sodass er es nur noch runterschlucken muss? Damit vertust du eine Chance, sozial mit deinem Hund zu interagieren. Die Auswahl des Futters spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn du deinen Hund belohnen möchtest, muss er das Futter auch als belohnend empfinden. Der Slogan auf der Verpackung verspricht zwar eine Geschmacksexplosion, doch sieht dein Hund das genauso? Ach, ist das kompliziert. Vielleicht ist eine Hundeerziehung ohne Leckerli doch sinnvoller. Nein, wirf die Flinte nicht ins Korn, sondern lass deinen Hund einfach mal mit auswählen. Platziere einige Futterstücke auf separate Teller und schau, wofür sich dein Hund zuerst entscheidet. Wiederhole das Ganze und finde heraus, ob dein Hund Favoriten hat. Das nächste Mal, wenn du deinen Hund belohnen möchtest, darf er sich über eine eigens ausgesuchte Belohnung freuen.

3. Jagdliche Ambitionen

Ein Hund, der gerne jagt, geht nicht spazieren. Er will seine genetischen Bedürfnisse ausleben und draußen ausgiebig schnüffeln, stöbern oder hetzen. Auch Fressen gehört zu seinen Grundbedürfnissen. Darüber muss er sich während des Spaziergangs aber keine Gedanken machen, da zu Hause der gefüllte Futternapf wartet. Merkst du, worauf ich hinauswill? Dein Hund reagiert nicht auf Leckerlis oder Futter, weil er draußen keine Notwendigkeit dazu hat. Gib Futter einen höheren Stellenwert. Verfüttere die Tagesration deines Hundes in Zusammenarbeit mit dir. Das schweißt euch zusammen und lastet deinen Hund zudem körperlich und geistig aus.

Jagdverhalten in geregelte Bahnen umlenken

4. Viel Action & Aufregung

Hunde, die nur selten zur Ruhe kommen und entspannt auf der Decke liegen bleiben, rennen häufig aufgeregt durch die Wohnung. Wir interpretieren das oft als „Der Hund ist nicht ausgelastet und muss mehr beschäftigt werden“. Als Lösung wird mehrfach der Ball oder das Frisbee beim Spaziergang geworfen, damit der Hund sich richtig auspowern kann. Die Aufregung nicht aber weniger, sondern überträgt sich auch auf andere Situationen. Dein Hund springt Besucher an, er zieht immer stärker an der Leine und bellt manchmal sogar Passanten oder Artgenossen an. Selbst wenn du deinen Hund belohnen möchtest, er wäre viel zu aufgeregt, um Futter anzunehmen.

5. Fixierende Blicke

Im Restaurant sitzt ein Gast neben dir, der dir die ganze Zeit intensiv auf deinen Teller starrt oder dich beim Essen beobachtet. Welches Gefühl löst das bei dir aus?

Intensive Blicke einer Person oder eines Artgenossen können Unwohlsein beim Hund auslösen. Dein Hund reagiert nicht auf Leckerlis oder Futter, weil er Stress mit seinem ihn beobachtenden Gegenüber vermeiden will. Er wirkt vielleicht lustlos, fühlt sich in Wahrheit aber beobachtet und dadurch unwohl.

6. Gesundheitliche Probleme

Ein Hund mit Zahnproblemen bevorzugt Futter mit weicher Konsistenz, da hartes Futter beim Kauen Schmerzen verursacht. Ein Hund mit Nackenschmerzen nimmt unter Umständen nichts mehr vom Boden auf, von einer erhöhten Position des Futternapfes aber schon. Gelenkschmerzen können ursächlich dafür sein, dass dein Hund dem geworfenen Futterstück nicht mehr wie gewohnt fröhlich folgt. Stell sicher, dass es deinem Hund gut geht und lass ihn im Zweifel gründlich tierärztlich untersuchen.

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Den Hund belohnen, aber richtig!

Wer seinen Hund ausschließlich aus dem Napf füttert vergibt Möglichkeiten, die Beziehung zum Hund zu intensivieren. Daran ändert auch das zuvor ausgeführte Sitz-Kommando vor dem gefüllten Napf nichts. Viele Hundebesitzer*innen empfinden das zwar als ein erzieherisches Highlight, für den Hund ist es jedoch nur eine Pipifax-Aufgabe. Dein Hund ist ein sogenannter Beutegreifer und möchte für sein Futter arbeiten. Am liebsten in Zusammenarbeit mit dir.

Tipp 1: Nutze Futter interaktiv!

Du möchtest deinen Hund belohnen, legst aber Wert auf eine Hundeerziehung ohne Leckerli? Nutze einfach die normale Tagesration deines Hundes. Verfüttere sie interaktiv und stille damit einen Teil der genetischen Bedürfnisse deines Hundes. Sei kreativ! Verstecke die Futterstücke beispielsweise in Wohnung oder Garten und lass ihn suchen. Kullere Futterstücke über den Boden, sodass dein Hund hinterherjagen kann. Alternativ unterteilst du die jeweilige Mahlzeit deines Hundes in vier bis fünf kleine Portionen. Füll die erste Portion in den Napf. Während dein Hund wartet, versteckst du den Napf. Täusche dabei einige Stellen nur an, um die anschließende Suche zu erschweren. Geh zurück zu deinem Hund und schick ihn auf die Suche. Sobald der Napf leer ist, folgt die nächste Portion. Platziere deinen Hund Portion für Portion an unterschiedlichen Stellen in Wohnung oder Garten, damit die Suche spannend bleibt.

Tipp 2: Mach Futter spannend! 

Kleine Snacks sind auch in einer Hundeerziehung ohne Leckerli möglich. Meine Hündin Amy bekommt täglich einen Kausnack, um die Zahngesundheit zu fördern. Um sozial mit ihr zu interagieren, schleiche ich absichtlich geheimnisvoll zum Schrank. Ich öffne langsam die Schranktür, nehme einen Kausnack heraus und bestaune ihn kurz, als wäre es ein Riesenschatz. Amy spitzt dann die Ohren und nähert sich mit großen Kulleraugen. Nach ein paar Sekunden gebe ich Amy den Kausnack und sie läuft zufrieden mit ihrer „Beute“ in den Garten.

Trägt Futter wirklich zur besseren Bindung zum Hund bei?

Tipp 3: Aktiviere die Hundenase!

Kommen wir wieder zurück zum Thema Hundebegegnungen. Du möchtest deinen Hund für den Moment belohnen, in dem er ruhig geblieben ist, als er einen anderen Hund erblickt hat. Er nimmt aber keine Belohnung an, nicht mal aus deiner Hand.

Probiere Folgendes: Markiere den ruhigen Blick zum Reiz mit deinem Lob- oder Markerwort. Im Anschluss bewegst du ein gut riechendes Futterstück langsam vor der Nase deines Hundes hin und her. Du gibst es ihm aber nicht. Erst wenn seine Nase den Geruch wahrnimmt, wirfst du das Futterstück etwas weg vom Reiz an den Wegesrand. Lobe deinen Hund, während er das Futterstück sucht und frisst. Anschließend folgt das nächste Futterstück. Wiederhole diesen Ablauf, bis der Reiz euch passiert hat. Alternativ wirfst du mehrere kleine Futterstücke auf einmal auf den Boden.

Zusatzinfo

Der Hund nimmt Belohnungen lieber an, wenn du seinen Geruchssinn einbeziehst. Das Wedeln mit dem Futterstück aktiviert die Nase deines Hundes. Sobald die Nase den Geruch erfasst, sind ca. 60% des Gehirns damit beschäftigt, den Geruch zu verarbeiten. Somit kann sich nur noch ein kleiner Teil des Gehirns auf den Reiz konzentrieren. Um das Futter aufzusammeln, muss dein Hund seinen Blick vom Reiz lösen. Dadurch steigert er sich nicht mehr so stark wie gewohnt in die Begegnung hinein.

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Tipp 4: Gib deinem Hund eine Aufgabe!

Eine schöne Aufgabe für deinen Hund ist die Arbeit mit dem Futterdummy. Manche Hunde scheinen sich draußen allerdings nicht für den Futterdummy zu interessieren. Woran das liegt? Der Hund reagiert nicht auf Leckerlis oder Futter aus dem Futterdummy, weil er zusätzlich Futter aus dem Napf bekommt. Daher kümmert sich der Hund draußen lieber um das spannende Umfeld. Versuch mal deinen Hund eine gewisse Zeit nur aus dem Dummy zu füttern. Das gemeinsame Erarbeiten des Futters wirkt sich positiv auf eure Beziehung aus. Ebenso werden während des Trainings ein Teil der genetischen Bedürfnisse des Hundes befriedigt, was ihn zufrieden und ausgeglichen macht.

Hast du mal keine Zeit für das Training mit dem Futterdummy, dann füttere deinen Hund wie in Tipp 1 beschrieben interaktiv. So kannst du deinen Hund belohnen und gleichzeitig die Beziehung stärken.

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