Hundetraining

Hundebox – Den Hund an die Box gewöhnen – Hundeerziehung

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Erziehungshelfer Hundebox

Eine zuvor positiv konditionierte Hundebox ist nicht nur ein gemütlicher Rückzugsort für deinen Hund, sondern auch eine praktische Erziehungshilfe. Eine geschlossene Hundebox kann aber immer nur eine Übergangslösung sein. Du solltest immer an der Ursache des eigentlichen Problems arbeiten. Das Ziel vom Training mit einer Hundebox ist immer, dass dein Hund nach einer Weile in der offenen Hundebox entspannt. Alternativ kann er natürlich auf einer schönen Hundedecke ruhen.

 

Hundebox – Rechtliche Hinweise

Laut §6 Absatz 2 der Tierschutz-Hundeverordnung muss jedem Hund je nach Körpergröße eine bestimmte Bodenfläche zur Verfügung stehen. In Amy’s Fall sind das mit ihren 50 cm Rückenhöhe mindestens 6 qm Bodenfläche, was natürlich keine Hundebox erfüllt. Daher ist die zeitweise Unterbringung in einer geschlossenen Hundebox eine Einzelfallentscheidung, die lediglich dein Tierarzt treffen darf. Nur er kann dir den Einsatz einer Hundebox als Trainingshilfsmittel rechtmäßig erlauben oder auch nicht. Achte beim Einsatz einer geschlossenen Box auch immer darauf, dass dein Hund in der Hundebox mit Wasser versorgt ist. Dafür eignen sich spezielle Wassernäpfe, die einfach an der Tür oder Seitenwand der Hundebox montiert werden können.

 

Einsatzmöglichkeiten einer Hundebox

Die Einsatzmöglichkeiten einer Box für Hunde sind vielfältig. Hier mal ein paar Beispiele:

  • deinem Welpen hilft die Hundebox auf dem Weg zur Stubenreinheit
  • er ist ebenfalls sicher verwahrt, wenn du ihn mal kurz nicht beaufsichtigen kannst
  • ängstliche oder unsichere Hunde fühlen sich in der Hundebox sicher aufgehoben, wenn du Besuch empfängst
  • sehr unruhige Hunde lernen mit Hilfe der Hundebox Ruhephasen einzuhalten und zu entspannen
  • muss dein Hund nach einer Operation ruhiggestellt werden, so kann eine Box auch hier sehr hilfreich sein
  • im Auto ist dein Hund in einer Transportbox sicher verwahrt und wird zudem nicht durch die vielen vorbeihuschenden Reize gestresst

So setzt du die Hundebox richtig ein!

Dekoriert dein Welpe oder Junghund die Wohnung um, wenn du kurz einkaufen gehst oder den Müll runterbringst? Dann kann der Einsatz einer Hundebox hilfreich sein. Dein Hund ist während deiner kurzen Abwesenheit sicher verwahrt und bringt sich nicht in Gefahr.

Anders sieht es aus, wenn dein schon etwas älterer Hund aufgrund von fehlender Erziehung oder unzureichender Auslastung Dinge in der Wohnung zerstört. Es wäre deinem Hund gegenüber sehr unfair ihn einfach aus Bequemlichkeit in der Box zu parken, ohne dabei parallel an der Ursache des Problems zu arbeiten. Überprüfe also bitte, ob du deinem Hund wirklich ausreichend Zeit widmest, damit er überhaupt zufrieden und ausgeglichen sein kann.

 

Die unterschiedlichen Materialien

Hundebox aus Stoff – faltbare Box

Eine faltbare Box aus Stoff ist leicht und damit unter anderem auch ein platzsparender Reisebegleiter. Nachteilig ist, dass eine Box aus Stoff von einem Hund schnell zerstört und nur schlecht gereinigt werden kann.

 

Hundebox aus Hartplastik

Eine Hundebox aus Hartplastik ist sehr stabil, nahezu ausbruchssicher und lässt sich gut reinigen. Sie ist sowohl für den Transport im Auto als auch für den Transport im Flugzeug geeignet. Schau dir diesbezüglich aber bitte immer die genauen Transportbedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft an.

 

Hundebox mit Gitter - Hundekäfig

Eine Hundebox aus Gitter bietet bedingt durch die komplett umlaufenden Gitter keinen wirklichen Höhlencharakter. Durch eine partiell übergelegte Decke kannst du diesen Höhlencharakter jedoch erzeugen, sofern dein Hund sich dadurch wohler fühlt.

 

Hundebox aus Alu - Transportbox

Eine Hundebox aus Alu ist nicht ganz billig, aber sehr stabil und dennoch leicht. Eine Hundebox aus Alu ermöglicht einen sicheren Transport im Auto. Es gibt sie mittlerweile passgenau für diverse Automodelle.

 

So findest du die richtige Boxengröße

Miss deinen stehenden Hund mit Hilfe eines Maßbandes von der Nasenspitze bis zum Rutenansatz. Anschließend benötigst du noch die Länge von den Pfoten bis zu den Ohrenspitzem. Addiere auf beide Werte 20 cm. So kann dein Hund in seiner Box mit entspannter Rute aufrecht stehen und sich drehen.

 

Extra Tipp für Welpenbesitzer

Als Welpenbesitzer einer größer werdenden Rasse solltest du nicht mit einer für seine Endgröße passenden Hundebox starten. Wähle zunächst in der Wachstumsphase deines Hundes eine kleinere Hundebox. Eine zu große Box kann deinen Welpen dazu veranlassen, seine Geschäfte in einer ungenutzten Ecke der Hundebox zu verrichten. Sobald dein Welpe stubenrein ist und keine Wohnungseinrichtung mehr anknabbert, wird die Hundebox wahrscheinlich sowieso überflüssig. Verkaufe sie einfach gebraucht und tausche sie gegen ein gemütliches Hundekörbchen aus.

 

 

Gewöhnung an die Hundebox

Schritt 1: Lass deinen Hund die Box selbstständig erkunden

Fixiere die Tür der Hundebox oder bau sie anfänglich aus, damit sie nicht zufällt und deinen Hund erschreckt. Für das Training nutzt du einfach einen Teil der Tagesration des Futters. Wirf nun kommentarlos ein Futterstück in die Hundebox. Dein Hund darf in seinem eigenen Tempo in die Box gehen und das Futter einsammeln.

Sobald dein Hund das Futterstück aufgelesen hat, schickst du ihn AKTIV aus der Hundebox heraus. Deinem Hund vermittelst du damit, dass du ihn nicht länger als nötig in der tollen Hundebox haben möchtest. Das verstärkt bei deinem Hund den Wunsch, länger in der Hundebox bleiben zu wollen. Verhalte dich stets ruhig und rede nicht auf deinen Hund ein. Ein unsicherer Hund wird in der Regel eher noch skeptischer und die Box meiden.

 

Schritt 2: Verlängere die Zeit in der Hundebox mit angelehnter Tür

Sobald dein Hund dem geworfenen Futterstück freudig in die Box hinein folgt, führst du das Hörzeichen „Box“ ein. Gib das Hörzeichen immer kurz bevor ein weiteres Futterstück in die Hundebox fliegt. Ist dein Hund in der Box, gibst du ihm noch 2-3 weitere Futterstücke, damit dein Hund etwas länger in der Hundebox verweilt. Wiederhole dies ein paar Mal.

Nun beginnst du die Tür anzulehnen und gibst deinem Hund 2-3 Futterstücke durch die Gitterstäbe. Öffne die Tür danach langsam und lehne sie sofort wieder kommentarlos an, sofern dein Hund schnell durch die Tür huschen möchte. Wiederhole dies, bis dein Hund schließlich abwartend an offener Tür innehält.

Will dein Hund an offener Tür losstarten, so nutze ein Korrekturwort (z.B. „Ey!“) gefolgt von einer Bewegungseinschränkung im Brustbereich, um ihn zu stoppen. Sobald sich dein Hund abwartend zurückhält, entlässt du ihn ohne große Aufregung aus der Hundebox. Es ist sehr wichtig, dass du entscheidest, wann dein Hund die Box verlassen darf. Er lernt damit ruhig abzuwarten und auf dich zu achten.

 

Schritt 3: Schließe die Hundebox für einen kurzen Zeitraum 

Schließe die Tür der Box immer erst dann, wenn dein Hund nicht mehr im Vorwärtsgang ist und abwartet. Ansonsten könnte dein Hund sich gefangen fühlen und Angst oder Panik in der Hundebox bekommen. Füttere deinen Hund nun durch die geschlossene Tür und öffne die Tür nach ein paar Sekunden wieder.

Blocke deinen Hund wie zuvor beschrieben, sofern er aus freien Stücken aus der Box laufen möchte. Sobald er ruhig abwartet, bittest du ihn ruhig heraus. Verlängere die Zeit in der Box nach und nach, indem du deinem Hund einen gefüllten Kong oder einen Kauknochen in die Box legst. Damit kann er sich eine Weile in der Box beschäftigen. Anfängliches Fiepen ignorierst du.

 

Zusatztipps zur Boxen-Gewöhnung

Die Hundebox soll ein positiver Ort für deinen Hund sein. Nutze sie daher zusätzlich für die Fütterungs- und Spielezeiten. Platziere den Napf deines Hundes in der Hundebox, damit er seine täglichen Mahlzeiten in der Box fressen kann.

Wirf sein Spielzeug in die Hundebox und lass es deinen Hund herausholen. Legt dein Hund sich auch während des Tages mal von sich aus in die Hundebox, so geh kommentarlos zu ihm hin, leg ihm ein Stück Futter vor die Pfoten und entferne dich wieder.

Dein Hund soll merken, dass es positive Auswirkungen hat, wenn er die Hundebox aus freien Stücken aufsucht. Sofern dein Hund sehr starke Berührungsängste mit der Box hat, so montiere bei einer Plastikbox zunächst das obere Teil und die Tür ab. Beginne das Training nur mit der unteren „Wanne“ und in ganz kleinen Schritten.

 

Schlechte Erfahrungen ins positive umkehren

Dein Hund hat bereits schlechte Erfahrungen mit der Box gemacht und meidet sie? Stell seinen gefüllten Futternapf an den Eingang der Box und verschließe die Tür. Du kannst auch besondere Leckerchen zum Futter geben, sofern das Futter deinen Hund nicht sehr interessiert (Käse, Wurst). Ignoriere deinen Hund nun komplett.

Sobald dein Hund aufgrund des Futternapfes interessiert um die Box herumschleicht, öffnest du kommentarlos die Tür der Box. Du stellst nun den Futternapf ans hintere Ende der Box und verschließt die Tür wieder.

Ignoriere deinen Hund weiterhin, bis er erneut um die Box herumschleicht. Öffne nun die Tür und sichere sie, damit sie nicht zufallen und deinen Hund erschrecken kann. Beobachte ihn nicht, denn das führt mit ziemlicher Sicherheit dazu, dass er nicht in die Box gehen wird.  Dein Hund soll ganz allein und vor allem ohne sich beobachtet zu fühlen entscheiden, wann und ob er sich an seinen Futternapf traut.

Falls dein Hund sich beim ersten Mal noch nicht an den Futternapf traut, räum den Futternapf nach 10 Minuten kommentarlos weg. Wiederhole die Übung zur nächsten Fütterungszeit wie zuvor beschrieben. Dein Hund wird zeitnah merken, dass die Hundebox absolut harmlos ist und sein Futter nach spätestens 1-2 Tagen fressen. Füttere deinen Hund auch weiterhin in der Hundebox und setze das tägliche Training in sehr kleinen Schritten fort. Nimm dir unbedingt ausreichend Zeit, um keine Rückschritte im Training zu machen.

 

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