Hundetraining

Freilauf Hund – Leine ab, Hund weg? Kleine Tricks, große Wirkung!

freilauf hund orientierung am menschen ohne leine gassi gehen dogstv

Leine ab, Hund weg? - So achtet dein Hund im Freilauf auf dich!

Ein Welpe bringt eine naturgegebene freiwillige Orientierung am Menschen mit, den sogenannten Meutetrieb. Jedoch wissen nur die wenigsten Welpenbesitzer, wie sie sich diese zu Nutze machen können. Das führt dazu, dass der Mensch lernt sich am Hund zu orientieren und nicht umgekehrt. Du bekommst nun ein paar hilfreiche Tipps, mit denen dein Hund lernt, sich im Freilauf immer besser an dir zu orientieren.

Wichtige Info zum Freilauf!

Nutze für den Freilauf nur Bereiche, in denen keine Leinenpflicht herrscht und die vor allem gut einsehbar sind. Auch im Wald gibt es Bereiche mit Leinenpflicht, besonders während der sogenannten Brut- und Setzzeit, in der die tierischen Waldbewohner ihren Nachwuchs bekommen. Diese Zeit beginnt im März/April und endet im Juni/Juli.

Dein Hund düst im Freilauf sofort ab, hinterlässt nur noch einen Kondensstreifen und ihr trefft euch 60 Minuten später am Auto wieder? In so einem Fall sicherst du deinen Hund zunächst mit der Schleppleine. Arbeite zunächst an der Orientierung an dir und parallel auch am Rückruf.


So klappt der Freilauf!

Ganz egal, ob dein Hund sehr menschenbezogen oder eher selbständig ist: Beide Hundetypen profitieren von einer von dir vorgegebenen Struktur und damit verbundenen Regeln. Beginne jeden Freilauf daher strukturiert und vor allem mit einem in deine Richtung eingeschalteten Hundekopf.

 

Regel Nr. 1: Leine deinen Hund kontrolliert ab!

Wenn die „Leine ab“ bei deinem Hund bisher „Kickstart und ab durch die Mitte bedeutet“ so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dein Hund im Freilauf auch weitestgehend auf Autopilot unterwegs ist. „Leine ab“ bedeutet ab sofort dank neuer Struktur „Ich warte auf ein Zeichen meines Menschen, dass ich losflitzen darf!“

Sichere deinen Hund dafür anfänglich wie folgt:

Sobald dein Hund abwartend innehält und dich anschaut, schickst du ihn mit einem "OK" und/oder einer körperlichen Geste in den Freilauf.


Regel Nr. 2: „Halte deinen Mund!“

Rede nicht pausenlos auf deinen Hund ein, weder im Freilauf noch an der Leine. Kein „Warte“, „Hier lang“, „Komm weiter“, „Wo bist du denn?“ o.ä. Durch deine Dauerbeschallung lernt dein Hund: „Ah, solange ich meinen Mensch höre, dann ist er nicht weit und ich kann mich entspannt um andere Dinge kümmern!“ Zudem ist Ruhe etwas sehr Schönes - für Mensch und Hund gleichermaßen – probiere es unbedingt aus!

 

Regel Nr. 3: Verschwinde aus seinem Blickfeld!

Dein Hund läuft für deinen Geschmack zu weit vor und schnüffelt unaufmerksam in der Gegend rum? Dann hat er dich in der Regel weitesgehend ausgeblendet, da er mit anderen Dingen beschäftigt ist. Versuche ihn auszutricksen und von ihm unbemerkt zu verschwinden. Aber Achtung: Ein Dackel, der 100 Meter vor dir seinen Kopf in einem Erdloch versenkt hat, wird nicht bemerken, dass du weg bist. Dies zählt nicht als Unaufmerksamkeit.

Möglichkeit 1:

Verstecke dich hinter einem Baum oder Busch, sodass dein Hund dich nicht mehr sehen kann. Du solltest deinen Hund aber dennoch weiter im Blick haben, damit du einschätzen kannst, ob er Panik bekommt, wenn er dein Verschwinden bemerkt. Anzeichen von Angst oder Panik sind zum Beispiel: zielloses Umherlaufen, hektische Blicke nach rechts und links - der Hund wirkt ratlos. Zeigt dein Hund solche Anzeichen, so mach du dich kurz in deinem Versteckt mit einem Piep oder dem Rufen seines Namens bemerkbar. So hat er einen besseren Anhaltspunkt über deinen Verbleib. Andernfalls könnte er kopflos und panisch in irgendeine beliebige Richtung wegrennen und das kann sehr gefährlich werden.

Möglichkeit 2:

Mach kommentarlos auf dem Absatz kehrt und beweg dich von deinem unaufmerksamen Hund weg. Schau dich dabei nicht nach deinem Hund um. Damit signalisierst du deinem Hund, dass du ihn weiterhin im Blick hast und du dich wie gewohnt an ihm orientierst. Du gaukelst deinem Hund also vor, dass es dir völlig egal ist, wenn er im Wald von der bösen Hexe einkassiert wird und nie wieder auftaucht.

Dafür schaffst du dir einen kleinen Taschenspiegel an, dank dem du deinen Hund noch im Blick haben kannst, ohne dass dein Hund dies merkt. Das gibt dir die nötige Sicherheit souverän in die andere Richtung, also weg von deinem Hund, weiter zu gehen.


Was, wenn dein Hund sich hinter dir festschnüffelt?

Setze deinen Weg zielgerichtet fort und achte nicht weiter auf deinen Hund, sofern in der Umgebung keine Gefahren lauern und du das Gelände gut überblicken kannst. Du gehst lässig deines Weges und dein Hund muss aufschließen, um den Anschluss zu dir nicht zu verlieren. Er muss also dich im Auge behalten und nicht umgekehrt. Auch hier leistet dir dein Taschenspiegel gute Dienste.

 

Was tun, wenn ein anderer Hund am Horizont erscheint?

Sofern dein Rückruf zu 100% funktioniert, ruf deinen Hund zu dir und belohne ihn für sein Kommen. Funktioniert der Rückruf mit ziemlicher Sicherheit nicht, dann benutze ihn auch nicht, damit dein Hund nicht lernt den Rückruf zu ignorieren. Kommt so eine Situation häufiger vor, dann sichere deinen Hund ab sofort mit einer Schleppleine ab und lerne vor allem, deinen Hund und seine Körpersprache besser zu lesen. Hunde zeigen uns durch ihr Verhalten und ihre Körpersprache sehr genau, ob sie gerade im Begriff sind Durchzustarten oder auch nicht.

Du bemerkst, dass dein Hund gleich durchstarten will? Dann gehe folgendermaßen vor. Sprich deinen Hund mit Namen oder einem Aufmerksamkeitssignal (zum Beispiel einem Schnalzen) freundlich und selbstsicher an. Freundlich und selbstsicher ist wichtig, weil du deinem Hund sonst erst recht den Kickstarter zum Losrennen gibst, da er Unsicherheit in deiner Stimme sofort erkennt.

Dein Hund schaut zu dir, wenn du seinen Namen rufst? Dann lobe ihn und mach dich interessant, indem du dich mit freundlich flötender Stimme rückwärts bewegst und deinen Hund aktiv zu dir einlädst. Natürlich bekommt er bei seiner Ankunft eine Belohnung für seine tolle Tat. Vielleicht könnte die Belohnung, nach Absprache mit dem anderen Hundebesitzer, sogar ein Spiel der beiden Hunde sein?

Rückruf funktioniert nicht?

Dein Hund schaut zwar kurz zu dir, blendet dich dann aber direkt wieder aus und rennt zum anderen Hund? Das kann für den anderen Hund sowie auch für den Hundehalter zu Konflikten führen. Die Regeln für Hundebegegnungen haben wir dir im Beitrag "Hundebegegnungen" zusammengefasst.

Du hast nun zwei Möglichkeiten.

Lösung 1:

Sofern im Umfeld keine Gefahr droht und dein Hund ein absolut verträglicher Zeitgenosse ist, renne in die entgegengesetzte Richtung weg. Im Idealfall folgt dein Hund dir, weil er dich nicht verlieren will. Freu dich überschwänglich über seine tolle Entscheidung. Wundere dich aber nicht darüber, wenn dir der andere Hundebesitzer noch ein paar unschöne Worte hinterherruft. Die wenigsten Menschen mögen es, wenn ein fremder Hund auf sie zu gerannt kommt, während der Besitzer in die entgegengesetzte Richtung wegläuft.

Lösung 2:

Deinem Hund ist es egal, dass du gerade von ihm weg rennst? Renne ihm nicht HINTERHER, viele Hunde sehen das als Aufforderung zu einem Rennspiel. In so einem Fall geh deinem Hund wortlos, aber strammen Schrittes hinterher. Er soll nun merken, dass du sauer über sein Verhalten bist. Je nach Hund bist du allerdings wohldosiert sauer, da du einen ängstlichen Hund nicht mit deiner Präsenz überfordern oder einschüchtern willst. Ein knackiges: „Freundchen! Mach das nicht noch mal!“ ist bei deiner Ankunft völlig ausreichend.

Du leinst deinen Hund wortlos an und setzt deinen Spaziergang fort. Ignoriere deinen Hund ruhig noch ein paar Minuten und sei im Stillen noch weiterhin ein wenig sauer. Vermeide dabei aber unbedingt noch weiter auf deinen Hund einzureden. Für deinen Hund ist die Situation nämlich schon Schnee von gestern. Zudem sind Hunde nicht nachtragend, also sollten wir es auch nicht sein.

Sollte dein Hund sich dazu entscheiden zu dir zurück zu laufen während du auf halber Strecke zu ihm bist, so verkneife es dir zu schimpfen. Dein Hund würde es nicht verstehen, da er aus seiner Sicht dafür ausgeschimpft wird, dass er gerade zu dir läuft.

Freilauf Hund - Video

Du möchtest mehr von unseren Videos sehen?

Klick hier für dein kostenloses ABO

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.