Hundetraining

Hund zieht an der Leine – 5 Gründe, warum das Training nicht klappt!

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Hund zieht an der Leine

Beim Welpen funktionierte das Laufen an lockerer Leine super, doch seit der Pubertät versagen deine Trainingsmethoden plötzlich. Dein Hund zieht an der Leine, obwohl du seit einiger Zeit an der Leinenführigkeit trainierst. Die Erklärung dafür ist recht simpel. Der Weg zur lockeren Leine ähnelt einem mehrteiligen Puzzle. Das wichtigste Puzzleteil ist die freiwillige Orientierung deines Hundes an dir. Freiwillig bedeutet, dass dein Hund sich aus einer inneren Motivation heraus an dir orientiert. Genau dieses Puzzleteil kann sich häufig gar nicht entwickeln, weil du deinen Hund mit diversen Kommandos, Verboten oder auch Belohnungen durch den Tag dirigierst. Wir zeigen dir die 5 häufigsten Gründe, warum das Ziehen an der Leine nicht aufhören will.

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Hund zieht an der Leine – Grund 1: Entscheidungen

Dein Hund soll sich von Anfang an bei dir wohlfühlen. Du gestehst ihm daher, häufig unbewusst, viele eigenständige Entscheidungen zu und wirst dabei zu einer Art Selbstbedienungsladen für deinen Hund. Dein Hund darf dich in der Wohnung auf Schritt und Tritt begleiten oder auch aufdringlich Streicheleinheiten, Futter oder Spielzeug einfordern. Auch wenn es dich nicht stört, dein Hund testet in genau diesen banal erscheinenden Situationen, welche Stärken und welche Schwächen du als sein Erziehungsberechtigter hast. Entscheidungen zu treffen oder Grenzen zu setzen gehört aus Sicht deines Hundes aufgrund eures Zusammenlebens nicht in deinen, sondern in seinen Kompetenzbereich. Dein Hund zieht an der Leine, da er auch draußen seine eigenen Entscheidungen trifft und dich weitestgehend ausblendet.

Schau dir dazu ergänzend unseren Beitrag 3 häufige Fehler in der Hundeerziehung an.

 

Wie geht ihr miteinander um?

Verhält sich dein Hund dir gegenüber nur dann respektvoll, wenn er ein von dir gegebenes Kommando ausführt oder durch Verbote, wie „Nein, Aus, Pfui“ gestoppt wird? Dann läuft da was in die falsche Richtung, denn ein höfliches Miteinander braucht keine Kommandos. Es entsteht, indem dein Hund sich frei bewegen darf und situativ an eine von dir gesetzte Grenze stößt. Dein Hund erarbeitet sich also selbstständig, welches Verhalten im Zusammenleben mit dir erwünscht ist und welches nicht. Bedingt durch seine Lernerfahrung wird dein Hund das erwünschte Verhalten immer öfter aus einem eigenen Antrieb heraus zeigen und das ganz ohne Kommandos.

Konsequente Regeln im Haus sind die wichtigste Basis dafür, dass dein Hund außerhalb der eigenen 4 Wände an lockerer Leine läuft. Überprüfe also zunächst, welche Regeln dein Hund bisher kennengelernt hat. Das Ziehen an der Leine wird aufhören, sobald du diese Regeln konsequent durchsetzt.

Schau dir dazu den Beitrag „Führung übernehmen, Grenzen setzen“ an.

Hund zieht an der Leine – Grund 2: Aufregung 

Der Welpe springt seinen Besitzer an und erntet dafür Streicheleinheiten, weil wir das im Welpenalter noch total niedlich finden. Allerdings wird schon Aufregung unbewusst vom Hundehalter verstärkt. Ja, er ist noch klein und niedlich, frage dich bei all dem was dein Welpe tut aber dennoch: „Möchte ich dieses Verhalten auch bei meinem erwachsenen Hund haben?“ Die Antwort lautet: „Nein“? Dann unterbinde das unerwünschte Verhalten schon bei deinem Welpen und fördere stattdessen Alternativverhalten. Im Falle des Anspringens hieße das: In die Hocke gehen, deinen Welpen gegebenenfalls sanft im Brustbereich blocken und ihn mit allen vier Pfoten auf dem Boden streicheln.

Verstärkte Aufregung wird sich also auch auf die Leinenführigkeit auswirken und das Ziehen an der Leine verstärken.

Im Beitrag Hilfe! Mein Hund springt mich und andere an!“ erfährst du weitere Methoden, wie du deinem Hund das Anspringen abgewöhnen kannst.

 

Solltest du Aufregung ignorieren?

Aufregung zu ignorieren macht nur dann Sinn, wenn dein Hund sich dadurch innerhalb weniger Minuten beruhigt. Häufig führt ignorieren jedoch dazu, dass der Hund immer aufgeregter wird. In dem Fall ist Ignoranz keine gute Wahl, da der Hund in seinem gedanklichen „Synapsen-Karussell“ gefangen bleibt. Ignoriere deinen aufgeregten Hund also nicht, sondern hilf ihm aus dem „Synapsen-Karussell“ heraus.

Beispielsituationen und Tipps

Häufig beginnt die Aufregung schon vor dem Spaziergang. Sobald du die Leine holst, dir deine Jacke anziehst oder mit dem Haustürschlüssel klapperst, läuft der Hund aufgeregt im Hausflur auf und ab. Der Hund zieht an der Leine, sobald du die Haustür öffnest. Er drängelt sich an dir vorbei und zieht dich möglicherweise sogar die Treppen runter. Schon hier beginnt Aufregung, die sich auf den Spaziergang überträgt und die Leinenführigkeit enorm erschwert. Beginne bereits zu Hause für den Start in den Spaziergang Regeln aufzustellen. Tipps dazu findest du in unserem Beitrag „Hilfe, mein Hund zieht schon an der Tür“.

Nach dem Spaziergang möchtest du, dass sich dein Hund nun entspannt auf seine Decke legt. Mit einem Kommando geht er in sein Körbchen, steht aber sofort wieder auf, wenn du dich in der Wohnung bewegst. Ignoriere seine Unruhe nicht, sondern zeige deinem Hund eine von dir erwünschte Alternative: Entspannen. Wie du diese Entspannung förderst, findest du im Beitrag So bleibt dein Hund entspannt auf seiner Decke!.

 

Hund zieht an der Leine – Grund 3: Fehlende Struktur 

Mit deinem Welpen klappte alles wie am Schnürchen, doch seit Einsetzen der Pubertät zieht dein Hund an der Leine. Du nimmst das Ziehen an der Leine eine ganze Zeit hin, doch irgendwann platzt es aus dir heraus! Dein Hund bekommt für genau das Verhalten, welches er schon eine Weile ohne Konsequenzen zeigte, plötzlich eine harsche Ansage von dir. Für deinen Hund ist dein Handeln nicht nachvollziehbar. Der Hund zieht an der Leine – blieb bisher ohne Konsequenzen und wurde von dir geduldet. Nun muss der Hund aber erstmal ein alternatives Verhalten lernen und verstehen, was du von ihm möchtest.

 

Nutze unterschiedliche Führpunkte

Unterscheide in Zukunft zwischen „Ziehen hat Konsequenzen“ und „Der Hund hat Freizeit“. Um diese zwei Bereiche für deinen Hund verständlich zu trennen nutzt du zwei unterschiedliche Führpunkte. Dafür nutzt du anfänglich am besten Halsband und Geschirr. Am Halsband ist Ziehen ab sofort tabu und am Geschirr hat dein Hund Freizeit, er darf also auch mal ziehen. Alternativ kannst du auch ein Geschirr mit zwei Führpunkten - einem auf dem Rücken und einem im Brustbereich - nutzen.

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Beginn und Ende vorgeben

Dein Hund muss den Beginn der Leinenführigkeit erkennen können, damit er Korrekturen für eine straffe Leine nachvollziehen kann.

Platziere deinen Hund dafür neben dich und befestige die Leine entweder am Halsband oder am Brustring des Geschirrs. Nach ca. 5. Minuten konsequenten Trainings platzierst du deinen Hund erneut neben dich. Befestige nun  die Leine am Rückenring des Geschirrs und läute die Freizeitphase ein. Baue pro Spaziergang zwei bis drei ca. 5-minütige Trainingseinheiten ein. Beginne in ablenkungsarmer Umgebung und steigere die Ablenkungsreize langsam und an deinen Typ Hund angepasst.

In dem Beitrag Mit einer Methode zur lockeren Leine erkläre ich dir detailliert eine Struktur, wie du die Leinenführigkeit deines Hundes ab Verlassen des Hauses verbessern kannst. Für Welpen ist diese Methode nicht geeignet.

TIPP!

Das Ziehen an der Leine entsteht erst gar nicht, wenn du den Raum vor dir für ein paar Wochen tabuisierst. Neben oder hinter dir an lockerer Leine laufend lernt dein Hund von Anfang an die Orientierung an dir als Person und dass du dich um entgegenkommende Reize kümmerst. Sobald ihr an lockerer Leine im Einklang seid, erweiterst du den Radius deines Hundes Schritt für Schritt nach vorne.

Hund zieht an der Leine – Grund 4: Angestaute Energie 

Während dein Hund mit der Nase am Boden klebt oder Ausschau nach einem geeigneten Jagdobjekt hält, hängst du meist ausgeblendet am Ende der straffen Leine. Gedanklich losgelöst von dir kann ein normal sportlicher Hund auch 3 Stunden am Stück spazieren gehen, ohne dabei müde zu werden. Du darfst und sollst selbst von einem jagdlich ambitionierten Hund verlangen, dass er seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellt, um an lockerer Leine auf DICH zu achten. Allerdings nur, wenn DU im Gegenzug täglich dafür Sorge trägst, dass die Bedürfnisse deines Hundes gemäß seiner genetischen Veranlagung auf Teilen des Spazierganges in Zusammenarbeit mit dir gestillt werden.

Nutzt dein Hund gerne seine Nase? Dann baue anspruchsvolle Suchspiele mit in den Spaziergang ein. Gibt dein Hund gerne mal Vollgas? Dann schnapp dir ab und zu mal das Fahrrad oder gehe eine Runde mit deinem Hund joggen. Weitere Tipps zur Auslastung deines Hundes bekommst du im Beitrag 3 Tipps für die Beschäftigung auf dem Spaziergang!.  

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Hund zieht an der Leine – Grund 5: Ineffizientes Training 

In vielen Hundeschulen wird häufig noch immer das Laufen an lockerer Leine mit einem Leckerli vor der Nase des Hundes geübt. Das funktioniert solange, bis der Hund das Leckerli erhalten hat. Danach zieht dein Hund meistens wieder an der Leine.  Bei dieser Art des Trainings ist das sichtbare Futterstück der Orientierungspunkt für deinen Hund.

Häufig genutzte Kommandos wirken sich kontraproduktiv auf die Leinenführigkeit aus. Ein dauerhaft gesungenes Kommando „Fuß, Fuuuß, Fuuuuuß“ lässt dich zu einem nervigen Hintergrundgeräusch werden, lehrt deinem Hund aber nicht das Laufen an lockerer Leine.

Richtungswechseln oder Stehenbleiben werden ebenfalls häufig eingesetzt, um dem Hund das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Diese Methoden sind im Alltag allerdings unvorteilhaft, da kaum jemand im täglichen Spaziergang über soviel Zeit verfügt, um diese Methoden auch konsequent umzusetzen. Zudem ist das Training sehr langwierig und funktioniert nur durch konsequente Einhaltung.

Dein Ziel einer zuverlässig lockeren Leine erreichst du aber nur, wenn DU zum Orientierungspunkt für deinen Hund wirst. Ein ungünstig aufgebautes Training führt zu Verhaltensketten, die Fortschritte verhindern da dein Hund lediglich eine Abfolge von einzelnen Übungen abspult. Eine detaillierte Erklärung zur Verbindung von Verhaltensketten und der Leinenführigkeit findest du im Beitrag Häufige Fehler beim Belohnen des Hundes vermeiden“.

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